Nahost-Krise führt zu massiven Flugausfällen: So planen Airlines um, © dpa/Nir Alon
Flugzeuge der israelischen Fluggesellschaft El Al Airlines stehen geparkt auf dem Flughafen Ben Gurion International Airport. © dpa / Nir Alon
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Der iranische Raketen- und Drohnenangriff auf Israel hat weltweit zu Flugausfällen geführt und den Flugverkehr zwischen Europa und Asien eingeschränkt.

Mindestens ein Dutzend Fluggesellschaften mussten in den vergangenen Tagen Flüge streichen oder umleiten, darunter Qantas, die Deutsche Lufthansa, United Airlines und Air India. Angesichts der Spannungen in Nahost streicht auch die niederländische Airline KLM bis Dienstag alle Flüge von und nach Tel Aviv. Dies teilte Air France-KLM mit.

Laut Mark Zee, dem Gründer der Opsgroup, die den Luftraum und die Flughäfen überwacht, handelte es sich um die größte einzelne Störung des Flugverkehrs seit dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001. "Seitdem hatten wir noch nie eine Situation, in der so viele verschiedene Lufträume in so kurzer Zeit geschlossen wurden, und das verursacht Chaos", sagte Zee gegenüber Reuters und fügte hinzu, dass die Störungen wahrscheinlich noch einige Tage andauern werden.

Die jüngsten Probleme mit den Flugrouten sind ein schwerer Schlag für eine Branche, die aufgrund der Konflikte zwischen Israel und der Hamas sowie zwischen Russland und der Ukraine bereits mit zahlreichen Einschränkungen zu kämpfen hat.

Der iranische Luftraum wird von Fluggesellschaften genutzt, die zwischen Europa und Asien verkehren. Diese Fluggesellschaften sind auf zwei mögliche Alternativrouten beschränkt, entweder über die Türkei oder über Ägypten und Saudi-Arabien, so Zee.

Lufträume wieder geöffnet

Israel hatte seinen Luftraum am Samstag geschlossen und am Sonntagmorgen wieder geöffnet. Auch Jordanien, der Irak und der Libanon haben den Flugverkehr über ihren Gebieten wieder aufgenommen.

Der Luftraum über Ägypten, das im Nordosten an Israel grenzt, bleibt Kreisen am Flughafen in Kairo zufolge vorerst geöffnet. Das gelte für alle internationalen Flüge sowohl mit Zielen in Ägypten als auch für Maschinen, die den ägyptischen Luftraum durchqueren, hieß es am Flughafen.

Nach Schließung der Lufträume der Nachbarländer Jordanien, Libanon und Irak habe der Luftverkehr über dem nordafrikanischen Land zugenommen. Auch Israel schloss seinen Luftraum wegen des iranischen Angriffs auf das Land. Einige Flugzeuge seien außerplanmäßig in Ägypten gelandet oder dort betankt worden.

Die staatliche ägyptische Fluggesellschaft Egyptair kündigte unterdessen an, Flüge von und nach Jordanien, Irak und Libanon würden bis auf Weiteres ausgesetzt wegen der Schließung der dortigen Lufträume. Grund der Schließungen seien "regionale Ereignisse".

Golf-Airlines nehmen Flugbetrieb wieder in die Region auf

Große Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten, darunter Emirates Airlines und Etihad Airways, kündigten an, den Flugbetrieb in der Region wieder aufzunehmen, nachdem einige Flüge gestrichen oder umgeleitet worden waren.

Qatar Airways hat ihre Linienflüge in den Iran ebenfalls wieder aufgenommen, wie die Fluggesellschaft in einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X mitteilte. Die Fluggesellschaft hat ihre Linienflüge in den Iran mit 20 wöchentlichen Flügen zu den vier Flughäfen Teheran, Mashhad, Shiraz und Isfahan wieder aufgenommen.

Es sei noch nicht klar, ob die jüngsten Unruhen die Passagiernachfrage beeinflussen würden, die trotz der anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Gazastreifen robust geblieben sei, sagte Brendan Sobie, ein unabhängiger Luftfahrtanalyst. "Wenn die politische Situation und die Konflikte weiter eskalieren, werden die Menschen irgendwann über das Reisen nachdenken, aber bisher ist das noch nicht passiert."

Übersicht

GESTRICHEN/UMGELEITET

  • Die Deutsche Lufthansa hat ihre Linienflüge von und nach Tel Aviv, Erbil und Amman bis einschließlich Montag eingestellt. Die Flüge nach Beirut und Teheran bleiben bis mindestens Donnerstag ausgesetzt.
  • KLM hat alle Flüge von und nach Tel Aviv bis Dienstag gestrichen, sagte ein Sprecher der niederländischen Tochter Air France KLM am Montag.
  • Die britische Fluggesellschaft Easyjet stellte am Sonntag ihre Flüge von und nach Tel Aviv ein, ohne einen Zeitrahmen zu nennen.
  • Wizz Air sagte, sie habe die meisten ihrer Flüge von und nach Tel Aviv von Samstag bis Montag gestrichen.
  • Finnair hat den Flugbetrieb im iranischen Luftraum bis auf weiteres ausgesetzt, was zu längeren Flugzeiten bei Flügen ab Doha führen kann. Ein Sprecher sagte, die finnische Fluggesellschaft werde eine Umleitung über Ägypten fliegen, was zu Verspätungen von "einigen Minuten" führen könne.
  • Ein Sprecher von SAS sagte, dass die Flüge zwischen Kopenhagen und Bangkok teilweise über die Region führen und dass ein Flug in der Nacht von Samstag auf Sonntag umgeleitet werden musste.
  • Iberia Express, eine Tochtergesellschaft der IAG, teilte über soziale Medien mit, dass sie ihre Flüge nach Tel Aviv am Sonntag und Montag streichen werde.
  • United Airlines sagte den für Sonntag geplanten Flug von Newark nach Tel Aviv ab, wie das Unternehmen in einer E-Mail an Reuters mitteilte.
  • Air Canada warnte vor großen Verspätungen und Annullierungen auf ihren Israel-Flügen und sagte Flüge nach Tel Aviv am Montag und Dienstag ab.
  • Die australische Fluggesellschaft Qantas Airways kündigte am Samstag an, ihre Flüge zwischen Perth und London vorübergehend umzuleiten.
  • China Southern Airlines strich am Sonntag ihre Flüge in den Iran und Hainan Airlines erklärte, sie beobachte die Situation und prüfe, ob ein bevorstehender Flug nach Israel normal durchgeführt werden könne, berichtete die chinesische Wirtschaftszeitung Yicai.
  • Air India hat ihre Flüge von und nach Tel Aviv bis zum 20. April abgesagt. Die Fluggesellschaft hatte fünf wöchentliche Flüge in die israelische Stadt angeboten, berichtet die Flugverfolgungsplattform Flightradar 24.
  • Die israelische Fluggesellschaft El Al Airlines hat 15 für Samstag und Sonntag geplante Flüge gestrichen.
  • Die kleinere israelische Fluggesellschaft Arkia kündigte an, ihren Flugplan anzupassen, nachdem sie zunächst Flüge nach Athen, Mailand und Genf verschoben hatte.
  • Einige Flüge von Fly Dubai waren von der Sperrung des Luftraums betroffen, wie die emiratische Fluggesellschaft über die staatliche Nachrichtenagentur WAM mitteilte.
  • Die indische Fluggesellschaft Indigo hat laut Flightradar 24 ihre täglichen Flüge von Delhi und Mumbai nach Istanbul umgeleitet. Eine offizielle Stellungnahme der Fluggesellschaft zu dieser Änderung liegt allerdings nicht vor. Laut Flightradar 24 fliegen die beiden Flüge, die zuvor über den Iran gingen, nun über Zentralasien.
  • Die indische Fluggesellschaft Vistara, die Tata und Singapore Airlines gehört, teilte mit, sie nehme "Änderungen an den Flugrouten" einiger ihrer Flüge vor, ohne weitere Details zu nennen.

WIEDER AUFGENOMMEN

  • Etihad Airways hat am Sonntag ihre Flüge nach Tel Aviv (Israel) und Amman (Jordanien) gestichen, kündigte aber an, ab Montag Linienflüge für Passagiere und Fracht zwischen Abu Dhabi und Tel Aviv, Amman und Beirut anzubieten. Die Fluggesellschaft warnte, dass es bis Montag noch zu Beeinträchtigungen kommen könne.
  • Emirates Airlines nahm am Sonntagnachmittag den Flugbetrieb von und nach Jordanien, Libanon und Irak wieder auf, wie ein Sprecher mitteilte.
  • Auch Qatar Airways nahm den Flugbetrieb nach Amman, Beirut und Bagdad wieder auf, wie das Unternehmen am Sonntag in einer Mitteilung auf X.

Easa rät zu Vorsicht

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (Easa) rät weiterhin zur Vorsicht im israelischen Luftraum sowie in einem Umkreis von rund 100 Seemeilen um das Land. Auch im iranischen Luftraum rät sie dazu, Vorsicht walten zu lassen.

Sie beobachte die Lage im Nahen Osten genau, erklärte die Easa, fügte aber hinzu, dass zu keinem Zeitpunkt eine Überfluggefahr für die zivile Luftfahrt bestanden habe.

Nach dem Angriff auf Israel haben im Iran am Montag die zivilen Flughäfen ihren Betrieb wieder aufgenommen. Der Flugbetrieb am Imam-Chomeini-Flughafen sei seit 6:00 Uhr Ortszeit wieder "normal", erklärte die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Auch auf dem zweiten Hauptstadtflughafen Teheran-Mehrabad sowie den Flughäfen der Städte Tabris, Maschhad und Schiras verlaufe der Flugverkehr wieder normal.

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