Eine Jury in Chicago hat der Familie einer Frau, die beim Absturz der Ethiopian-Airlines-Boeing-737-Max im März 2019 ums Leben kam, 49,5 Millionen Dollar (rund 42,5 Millionen Euro) Schadenersatz zugesprochen. Es ist das zweite Geschworenenurteil infolge des Unglücks.
Die Jury sprach der Familie von Samya Stumo am Mittwoch 21 Millionen Dollar für das Leid der 24-Jährigen während des Absturzes, 16,5 Millionen Dollar für den Verlust ihrer Gesellschaft sowie 12 Millionen Dollar für die Trauer der Angehörigen zu.
Boeing hatte die eigene Haftung nicht bestritten; Forderungen nach Strafschadensersatz gegen Unternehmensführung und Zulieferer wurden abgewiesen. Im November 2025 hatte eine Jury den Konzern bereits zu mehr als 28 Millionen Dollar Schadenersatz für eine weitere Absturzfamilie verurteilt.
Boeing hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 90 Prozent der Zivilklagen im Zusammenhang mit den beiden Abstürzen – in Indonesien 2018 und Äthiopien 2019, bei denen insgesamt 346 Menschen starben – durch Vergleiche beigelegt und dabei Milliarden Dollar gezahlt.
"Familien haben das Recht, ihre Ansprüche vor Gericht zu verfolgen, und wir respektieren dieses Recht", erklärte Boeing. Im März 2026 hatte ein US-Berufungsgericht die Einstellung des Strafverfahrens gegen den Konzern bestätigt; Boeing hatte 2024 zunächst einem Schuldbekenntnis wegen Betrugs zugestimmt, ehe das Justizministerium unter Präsident Donald Trump diese Forderung im Mai 2025 zurückzog.