Die Personalie an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums nimmt eine überraschende Wendung: Der als Nachfolger von Patrick Schnieder (CDU) gehandelte CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler steht einem Bericht zufolge doch nicht für das Ministeramt zur Verfügung. Güntzler habe kurzfristig abgesagt, berichtete zunächst das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND).
Schon zuvor wurde unter Berufung auf mehrere hochrangige Unionskreise gemeldet, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wolle sich auch von Verkehrsminister Schnieder trennen. Ob sich Merz' Ankündigung, im Zuge der Kabinettsumbildung weitere Personalentscheidungen treffen zu wollen, tatsächlich auf das Verkehrsressort bezog, ließ sich zunächst nicht bestätigen. Eine Stellungnahme des Kanzlers oder aus seinem Umfeld gab es dazu bislang nicht. Bei der Vorstellung der übrigen Personalentscheidungen hatte Merz keine Fragen von Journalisten zugelassen.
Auch Schnieder und Güntzler selbst waren zunächst nicht für eine Einordnung erreichbar. Offen blieb zudem, wann der Kanzler die angekündigten weiteren Personalentscheidungen bekanntgeben will.
Reaktionen aus der Fahrgastszene
Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Detlef Neuß, hatte eine mögliche Ablösung Schnieders bereits als folgerichtig bezeichnet. Neuß sagte der "Rheinischen Post" (Samstag): "Schnieder sollte die Probleme insbesondere bei der Bahn beseitigen. Er hat nicht überzeugt." Stattdessen sei es bei der Bahn "schlimmer" geworden, ergänzte Neuß. "Das merken auch die Fahrgäste, die ja auch Wähler sind." Zugleich räumte Neuß ein, Schnieder habe auch Riesen-Probleme von seinen CSU-Vorgängern geerbt.
Bahnchefin Evelyn Palla sei nun gefordert: "Sie muss jetzt liefern und bei der Neuaufstellung des Konzerns mehr Tempo machen." Vor allem die Planungsverfahren bei der Bahn seien zu lang, so der Ehrenvorsitzende.
Der Kabinettsumbau des Kanzlers geht unterdessen weiter: Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll als erste Frau Kanzleramtschefin werden, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ihr Nachfolger.