Lufthansa nimmt den Airbus A340-600 aus dem Liniendienst. Der letzte Linienflug des Vierstrahlers wird LH419 von Washington-Dulles nach Frankfurt sein, wie ein Lufthansa-Sprecher auf Anfrage von airliners.de bestätigte.
Die Maschine startet demnach am 18. Oktober um 17:55 Uhr Ortszeit und lande am 19. Oktober um 7:55 Uhr in Frankfurt. Damit endet eine Ausflottung, die die Airline mehrfach verschoben hatte.
Zuletzt flog der A340-600 noch auf zwei Strecken ab Frankfurt. Täglich steuerte er neben dem Flughafen John F. Kennedy in New York auch noch Washington-Dulles an. Dazu hatte der Kranich vier der Maschinen im Betrieb gehalten.
Lufthansa hatte zwischen 2003 und 2009 insgesamt 24 Flugzeuge des Typs in die Flotte aufgenommen. Die ersten Maschienen wurden dann laut CH-Aviation bereits ab 2017 ausgeflottet. 2025 waren noch 15 Maschinen im Betrieb.
Schon zuvor hatte die Airline den Typen schrittweise von einzelnen Verbindungen abgezogen. Betroffen waren unter anderem die Strecken ab Frankfurt nach Boston, Chicago-O"Hare, Denver, Hongkong und Shanghai sowie die Verbindung über Riad nach Dammam.
Verzögerte Auslieferungen verlängerten den Einsatz
Lufthansa hatte das Flotten-Aus des großen Airbus-Vierstrahlers wiederholt hinausgeschoben, weil sich Auslieferungen der Boeing 787-9 verzögert hatten.
Im Herbst 2025 hatte der Kranich dann angekündigt, die mit First Class ausgerüsteten A340-600 auch noch im Sommer 2026 in der Hauptreisezeit einzusetzen. Ursprünglich hatten sie nur noch als Reserve dienen sollen.
Inzwischen hat sich der Zulauf neuer Boeing 787-9 und Airbus A350-900 aber beschleunigt, was die Ausmusterung nun ermöglicht.
Weitere Vierstrahler bis 2027 im Einsatz
Der Airbus A340-600 ist aber nicht das einzige Langstreckenflugzeug, dass aus der Lufthansa-Flotte weichen muss. Auch die Boeing 747-400 steht vor dem Abschied.
Im April hatte Lufthansa die Stilllegung von weiteren zwei Maschinen zum Winterflugplan angekündigt. Group-Chef Carsten Spohr sprach im Mai von zwei bis vier der verbliebenen acht Flugzeuge. Nach dem Sommerflugplan 2027 sei dann aber auch für den Typ bei Lufthansa Schluss, sagte er.
Das gleiche gilt dann wohl auch für den Airbus A340-300. Für den Fall weiterer Verzögerungen bei der Boeing 777-9 plant die Airline mit diesem Muster aber weiter als Ersatzlösung.
Die erste Boeing 777X soll im ersten Quartal 2027 zur Lufthansa-Flotte stoßen, mit rund sieben Jahren Verspätung. Auf Boeings Ankündigungen will sich Spohr angesichts immer neuer Verzögerungen jedoch nicht verlassen. Für den Sommerflugplan 2027 hat die Lufthansa bisher keine einzige 777X eingeplant und setzt stattdessen weiter auf den Airbus A340 als Ersatzlösung. Der "Plan B" sei zu "Plan A" geworden, sagte Spohr.
Mitte Mai bestellte die Lufthansa Group zudem 20 weitere Langstreckenflugzeuge, je zehn Airbus A350-900 und Boeing 787-9. Sie sollen zwischen 2032 und 2034 ausgeliefert werden und ältere, weniger effiziente Modelle ersetzen.