Lufthansa setzt künftig auf das IATA-Programm Turbulence Aware, um Echtzeitdaten über Turbulenzen mit anderen teilnehmenden Fluggesellschaften auszutauschen, wie die Airline mitteilte. Auch die Konzernschwestern Swiss und Edelweiss sind an das System angeschlossen.
Das Programm nutzt die Sensordaten tausender Flugzeuge weltweit, die kontinuierlich die Intensität von Turbulenzen messen und anonymisiert an eine zentrale Datenbank übermitteln. Die Piloten können diese Informationen direkt auf ihrer Navigationskarte im Cockpit abrufen. Farbkodierte Symbole zeigen dabei Ort, Flughöhe, Zeitpunkt und Stärke der erfassten Turbulenzen an. Die Daten ergänzen klassische Wettervorhersagen und sollen eine präzisere Flugplanung ermöglichen.
Neben der Routenplanung bringt das System auch einen operativen Vorteil an Bord: Durch die Echtzeitdaten können die Piloten die Kabinenbesatzung frühzeitig vor Turbulenzen warnen. So lässt sich der Bordservice rechtzeitig unterbrechen oder anpassen, um die Sicherheit von Passagieren und Crew zu gewährleisten.
"Mit IATA Turbulence Aware setzen wir neue Standards für Sicherheit und Komfort in der Luftfahrt", sagte Francesco Sciortino, Hub Manager Frankfurt bei der Lufthansa. Die Technologie ermögliche es, den Passagieren ein ruhigeres Flugerlebnis zu bieten.
Die von Lufthansa-Flugzeugen erfassten Messungen werden neben der Übermittlung in die IATA-Datenbank auch an den Deutschen Wetterdienst übertragen. Sie sollen dazu beitragen, die Vorhersagemodelle langfristig zu kalibrieren und präziser zu machen.