Die am Mittwoch vom Kabinett verabschiedete Luftfahrtstrategie nennt eine "weitere, am Bedarf orientierte Marktöffnung" als mögliche Maßnahme. Zugleich betont das Papier die Notwendigkeit, "faire internationale Wettbewerbsbedingungen und Reziprozität in der Luftfahrt" zu schaffen.
Nach dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der Golfregion zu Jahresbeginn hatte die Bundesregierung bestätigt, Gespräche mit Akteuren in der Region über neue Flugverbindungen zu führen.
Insbesondere Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dringt seit Jahren auf zusätzliche Landerechte in Deutschland. Diese Woche bekräftigte die Airline, sie sei bereit, tägliche Verbindungen zwischen ihrem Drehkreuz Dubai und den deutschen Flughäfen Berlin und Stuttgart anzubieten. Voraussetzung sei, dass das Bundesverkehrsministerium die entsprechenden Genehmigungen erteile.
Lufthansa lehnt neue Konkurrenz ab
Die Lufthansa lehnt die mögliche neue Konkurrenz ab und verweist auf unfaire Wettbewerbsvorteile der Golfairlines. Die Fluggesellschaft selbst bietet keine Langstreckenflüge vom BER an und nutzt den Hauptstadtflughafen ausschließlich für Zubringerflüge nach Frankfurt und München.
Der Flughafenverband ADV spricht sich dagegen klar für eine Marktöffnung aus. "Deutschland darf sich bei Luftverkehrsrechten nicht selbst begrenzen", sagte ADV-Präsidentin Aletta von Massenbach.
Zusätzliche Verkehrsrechte stärkten die internationale Anbindung der Wirtschaftsregionen und erhöhten die Standortattraktivität. Andere europäische Staaten seien in dieser Frage deutlich wirtschaftsfreundlicher, so von Massenbach.