Die deutsche Luftfahrtbranche hat von der Bundesregierung gefordert, bei den geplanten Entlastungen für die stark gestiegenen Kraftstoffpreise auch den Luftverkehr zu berücksichtigen. Der Kerosinpreis habe sich seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als verdoppelt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Joachim Lang. "Die gesamte Verkehrs- und Transportwirtschaft steht enorm unter Druck", sagte er.
Die hohen Preise brächten vor allem kleinere Fluggesellschaften an den Rand des Verkraftbaren, sagte Lang. Als Beispiel nannte er das Schutzschirmverfahren der lettischen Air Baltic.
"Wenn jetzt über Entlastungen gesprochen wird, darf der Luftverkehr nicht außen vor bleiben", sagte er. Der Airlineverband BDF forderte zusätzlich die Aussetzung der Luftverkehrsteuer.
Hintergrund der Forderungen ist eine Debatte über Entlastungen für hohe Kraftstoffpreise, die die Bundesregierung derzeit führt. Grund für die gestiegenen Preise ist der Krieg im Nahen Osten, der Öllieferungen vom Persischen Golf erschwert. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte am Mittwoch in Berlin, die Bundesregierung werde handeln. Wie genau und ab wann, ließ er offen.
Die internen Beratungen der Regierung dürften bald abgeschlossen sein. Verschiedene Optionen würden geprüft, auch deren Finanzierung. Nach der Verkündung solle eine schnelle Umsetzung folgen.
Im Mittelpunkt der bisherigen Diskussion standen vor allem Maßnahmen für Autofahrer. Im Gespräch sind unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel, eine erneute Absenkung der Energiesteuer wie beim Tankrabatt im Mai und Juni sowie ein Preisdeckel nach dem Vorbild Belgiens und Luxemburgs.