Der Flughafen London-Heathrow weiß bei seinen Ausbauplänen Gewerkschaften, Airlines, Regionalflughäfen und Investoren hinter sich. Das gab der verkehrsreichste Airport des Vereinigten Königreichs bekannt. Das britische Parlament prüft derzeit das Projekt einer dritten Start- und Landebahn.
Nach Angaben des Flughafens befürworten 68 Prozent der Anwohner den Ausbau. Grundlage sei eine Umfrage unter mehr als 9000 Menschen in neun umliegenden Bezirken. Ausschlaggebend seien vor allem die Aussicht auf Arbeitsplätze und wirtschaftliche Chancen.
"Nach jahrzehntelangen Diskussionen hat das Parlament nun die Gelegenheit, ein Projekt freizugeben, das über Generationen hinweg dauerhaften Nutzen bringen kann", sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Woldbye. "Wir sind bereit, es umzusetzen." Woldbye fügte hinzu, der Ausbau werde mehr als 100.000 Arbeitsplätze und private Investitionen von 33 Milliarden Pfund (rund 39 Milliarden Euro) im ganzen Land ermöglichen.
Anhörung im Verkehrsausschuss
Woldbye soll vor dem Verkehrsausschuss des britischen Parlaments aussagen. Die Abgeordneten prüfen dort den Entwurf der Grundsatzerklärung zum Heathrow-Ausbau (Heathrow Expansion National Policy Statement).
Premierminister Andy Burnham stellte sich nicht hinter die Pläne. Er sagte, die Frage sei eine Angelegenheit der Menschen, die in der Nähe des Londoner Hauptstadtflughafens lebten.
Im September hatte Heathrow mitgeteilt, dass sich die Eröffnung der dritten Bahn bis 2039 verzögern könnte.
Nach Angaben des Flughafens übersteigt die Nachfrage in Heathrow weiterhin die verfügbare Kapazität. Mehr als 40 Airlines bemühten sich um Slots.
Im September nutzten knapp 7,2 Millionen Passagiere den Flughafen, 2,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Konflikt im Nahen Osten trug dazu bei, dass der Verkehr in diese Region um 20 Prozent zurückging.
