Die Bus-Linie 423 zum Flughafen Köln/Bonn ist in Gefahr, das berichtet die Kölnische Rundschau.
Dem Bericht zufolge muss der Rheinisch-Bergische Kreis (RBK) sparen. Rund 900.000 Euro will der Kreis mit seinen rund 280.000 Einwohnern pro Jahr weniger für den ÖPNV ausgeben. Das Paket folgt einem bereits beschlossenen millionenschwerem Sparpaket des Kreises. Im neuen Paket sollen Takte ausgedünnt – aber auch Linien verkürzt werden.
Linienverlauf des 423ers. : Karte der Buslinie 423 im Raum Bensberg, Rösrath und Köln. Eine rote Linienführung verbindet Haltestellen wie Königsforst, Rösrath Bahnhof und den Flughafen Köln/Bonn mit Terminal 1 und 2. Openstreetmap Contributors/Ergänzungen: VRS/Screenshot
Beim Bus 423 wird wohl letzteres passieren, sollte der Kreis nicht doch noch einspringen. Der 423er verbindet bisher den Bergisch-Gladbacher Stadtteil Bensbach nördlich des Flughafengeländes mit CGN.
Gut 40 Minuten braucht der Bus für die umsteigefreie Verbindung und nimmt dabei noch Orte wie Rösrath und Königsforst mit. Im 30-Minuten-Takt gibt es in der Woche bis nach 23:00 Uhr noch Verbindungen und die ersten Busse fahren gegen 6:00 Uhr los. Für das Personal, das nördlich des Flughafens wohnt, kann der Bus also eine Option sein, auch wenn er für die ersten Schichten zu spät fährt.
423er mit Bahnanschlüssen
Die Bus-Linie hat zudem Anschluss an zwei Kölner Stadtbahn-Linien und eine Regionalbahn-Linie. Es gibt also ein größeres Einzugsgebiet für den 423er. Der Flughafen Köln/Bonn hat allgemein nur sehr wenige Bus-Verbindungen. Der 161er fährt ins benachbarte Porz und der SB60 nach Bonn. Aber auch dieser Bus wird wahrscheinlich zum Fahrplanwechsel 2026 im Dezember eingestellt, wenn die S13 in den Vorlaufbetrieb startet:
Die Alternative zum 423er ist daher eigentlich nur der S- und Regionalverkehr am Flughafen mit einem Umstieg in und um Köln, allerdings auch nur mit Reserven, da der S- und Regionalverkehr in der Region verspätungsanfällig ist. Ein Umstieg auf ein eventuell vorhandenes Auto oder Taxi-Dienste wären ebenfalls eine Option, sollte die Flughafen-Linie tatsächlich gekürzt werden.
Der zuständige Ausschuss hat sich dazu bereits am 17. September 2026 beraten. Ein Protokoll gibt es bisher allerdings nicht. Da die Einkürzung der Linie bis Königsforst laut Dokumentation aber bereits durch die Stadt Köln beschlossen wurde, die für das Flughafen-Segment der Linie zuständig ist, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass der Kreis die Linienfortführung finanziert. Der Weg zwischen Königsforst und Flughafen dauert etwa 10 Minuten, dürfte bei einem 30-Minuten-Takt also etwa einem Bus entsprechen, der gespart werden kann. Der Kreis will nach 21 Uhr zudem allgemein auf einen 30-Minuten-Takt verzichten und diesen auf 60 Minuten erhöhen.
Für den Kreis ergeben sich durch die Kürzung zudem weitere Sparmöglichkeiten, da die Wasserstoffbusse bald nicht mehr in Köln betankt werden müssen. Der neue Grünen Mobilhof der zuständigen Verkehrsgesellschaft soll bald in die erste Betriebsphase starten. Dadurch entfallen sogenannte An- und Rückführungsfahrten ins Stadtgebiet. Weiter heißt es: "In planerischer und betrieblicher Hinsicht sind die beschlossenen Veränderungen [aus Köln, Anm. d. Red.] aus RBK-Sicht auf notwendige Folgeanpassungen zu überprüfen, welche wiederum voraussichtlich auch zu Einsparungen im RBK führen.