Klage von Germanwings-Hinterbliebenen droht vor Gericht zu scheitern, © DPA/Moritz Frankenberg
Ein Schild mit der Aufschrift "Landgericht Braunschweig" hängt in Haupteingangsbereich des Landgerichts. © DPA / Moritz Frankenberg
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/08\/5fba3800619351e4-pB9YgH__wide__824?v=1787910352","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Moritz Frankenberg"},"caption":"Ein Schild mit der Aufschrift \"Landgericht Braunschweig\" h\u00e4ngt in Haupteingangsbereich des Landgerichts."}

Das Landgericht Braunschweig hat Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes von 2015 mit 150 Toten im Prozess um zusätzliches Schmerzensgeld zum Auftakt wenig Hoffnung gemacht. Die Kammer gehe vorläufig davon aus, dass die Klage keine Aussicht auf Erfolg habe, sagte die zuständige Richterin.

Die Kläger könnten ihre Ansprüche eher gegen die Fluggesellschaft geltend machen, sagte sie unter anderem zur Begründung.

"Also ich sehe unsere Chancen bei einem Prozent", sagte Klaus Radner. Er hat bei dem Absturz seine Tochter, ein Enkelkind und den Freund der Tochter verloren.

Radner vertritt die Auffassung, dass viele Organisationen und Menschen versagt hätten und ihrem Beruf nicht ordentlich nachgekommen seien. "Und da wollen wir einfach die Verantwortlichen benennen und auch verurteilt haben", sagte er und kündigte an, dies auch weiter zu versuchen. "Wenn es eine Chance gibt. Vielleicht gibt es dieses berühmte eine Prozent", sagte er.

Angehöriger spricht von Staatsversagen

"Ich wusste ungefähr, was da rauskommt", sagte Engelbert Tegethoff, der beim Absturz eine Tochter verloren hat. "Aber das alles wieder heute zu hören, da kommen die ganzen Bilder wieder zum Vorschein", beschrieb er. "Es geht meiner Frau und mir schlecht", sagte er unter Tränen. Abschließen gehe aber nicht, sie müssten wie die anderen Angehörigen damit leben.

"Ich bin schon ziemlich wütend auf das Luftfahrt-Bundesamt", sagte Tegethoff und sprach von "Staatsversagen". Ziel der Klage sei es, Klarheit zu schaffen und dafür zu sorgen, dass sich ein solcher Fall niemals wiederhole. "Es geht nicht ums Geld", sagte er. "Es geht um das Ziel, dass so eine Katastrophe nie wieder passiert." Dann sei der Tod der Menschen aus seiner Sicht nicht ganz sinnlos gewesen.

Mehr als elf Jahre nach dem Absturz haben 30 Hinterbliebene Ansprüche von jeweils bis zu 110.000 Euro gegen die Bundesrepublik Deutschland angemeldet. Verhandelt wird das Zivilverfahren in Niedersachsen, weil das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) seinen Sitz in Braunschweig hat. Die rechtlichen Vertreter der Behörde beantragten, die Klage abzuweisen.

Copilot hatte Flugzeug absichtlich gegen Berg gesteuert

Die Germanwings-Maschine war am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf abgestürzt. 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Ermittlungen ergaben, dass der damalige Copilot das Flugzeug der Lufthansa-Tochtergesellschaft absichtlich gegen einen Berg gesteuert hatte.

Nach Überzeugung der Kläger wurde die Flugtauglichkeit des Copiloten damals nicht ausreichend überwacht. Am Ende der Verhandlung in Braunschweig kündigte die Richterin an, die Argumentation der Kläger bis zur Verkündung der Entscheidung am 6. Oktober erneut zu prüfen.

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 40/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 40/2026
Mobilitätsfolge Kosten, © airliners.de
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/09\/mobilitatskolumne-kosten2-s0IjQG__square__360?v=1788445529","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de"},"caption":"Mobilit\u00e4tsfolge Kosten"}

Die Kosten von Mobilität

Die Mobilitätsformel (10) In seiner Kolumne "Die Mobilitätsformel" vergleicht Dr. Klaus Radermacher Verkehrssysteme auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten. Seine Bilanz zeigt: Der Straßenverkehr füllt dem Staat die Kassen, die Bahn kostet Milliarden, und die Luftfahrt ist keineswegs das meistsubventionierte System.

20 min
Ausgabe lesen
Thomas Hoff Andersson, © BER/KI
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/09\/serie-ground-handling-thomas-r68ic6__square__242?v=1790068416","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 BER\/ KI"},"caption":"Thomas Hoff Andersson"}
Ground Handling (4)

„Flughafenbetrieb ist und bleibt ein Teamsport"

Ein Flugzeug der iranischen Airline Mahan landet mit der ersten Lieferung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V am Internationalen Flughafen Imam Khomeini., © DPA/Saeed Kaari
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/04\/5fb93200b15857ec-TYWiXo__square__242?v=1777278673","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Saeed Kaari"},"caption":"Ein Flugzeug der iranischen Airline Mahan landet mit der ersten Lieferung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V am Internationalen Flughafen Imam Khomeini."}
Ein Eurowings-Airbus startet vom Flughafen Hamburg., © DPA/Daniel Reinhardt
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/08\/5fba1000bd0abb14-ctgvbJ__square__242?v=1786353334","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Daniel Reinhardt"},"caption":"Ein Eurowings-Airbus startet vom Flughafen Hamburg."}
Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil

Flughafen Memmingen GmbH

Memmingen Airport - Der Unternehmerflughafen

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

AEROTHRIVE GmbH

Aviation Training Certificates Boosting Your Career!

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil