Wizz Air hat im ersten Quartal einen operativen Verlust von 183,3 Millionen Euro verbucht, wie der Low-Cost-Carrier mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte die Billigfluggesellschaft noch einen Gewinn von 27,5 Millionen Euro ausgewiesen.
Die Aktie verlor daraufhin mehr als fünf Prozent. Für das zweite Quartal erwartet Wizz Air einen Rückgang der Erlöse pro angebotenem Sitzplatzkilometer im niedrigen einstelligen Prozentbereich, auch wenn die Kapazität um fast 30 Prozent wachsen soll.
Der Rückgang verdeutlicht den strukturellen Druck auf europäische Billigfluglinien: Während Full-Service-Carrier wie Lufthansa, Air France-KLM und IAG steigende Kerosinkosten an zahlungskräftige Passagiere weitergeben können, stoßen Billiganbieter an die Grenzen ihrer Preismodelle.
"Die Notwendigkeit, hohe Kapazitätszuwächse zu verdauen, dürfte die Rentabilität in diesem Jahr sowohl für Wizz als auch für andere Airlines belasten", kommentierte Bernstein-Analyst Alex Irving. Wizz-Air-Chef Jozsef Varadi bekräftigte, am Kapazitätswachstum festzuhalten: "Wir werden das Kapazitätswachstum sehr sorgfältig steuern. Aber wir wissen, dass dies für die nächsten etwa neun Monate eine Herausforderung sein wird."
Wizz Air hat 76 Prozent seines Jahresbedarfs an Flugkraftstoff über sogenannte Zero-Cost-Collars abgesichert, die das Risiko bei 826 Dollar (rund 715 Euro) je Tonne deckeln, gleichzeitig aber Preissenkungen unterhalb von 759 Dollar nicht zugutekommen lassen. Das Unternehmen betonte, über ausreichend Liquidität zu verfügen, um die aktuellen Turbulenzen zu überbrücken.