Jetblue reformiert ihre Tarifoptionen, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Kunden sollen künftig Kabinenerfahrung und Buchungskonditionen – also Sitzplatzwahl und Stornierungsoptionen – unabhängig voneinander wählen können.
Der Umbau folgt einem Branchentrend: Auch Southwest Airlines hatte mitgeteilt, dass die Einführung eines einfachen Basistarifs zu mehr Verkäufen des Grundtarifs geführt und gleichzeitig mehr Kunden dazu gebracht habe, auf höhere Klassen umzusteigen.
Delta kündigte an, Basistarife künftig auch in allen Premium-Kabinen anzubieten. Jetblue-Präsident Marty St. George erklärte, Kunden sollten "buchen können, was zu ihnen passt – zuerst das Erlebnis an Bord, dann die Tarifoption entsprechend ihren Präferenzen".
Der Tarifumbau bereitet zudem die Einführung von Blue First vor, Jetblues neuer Inlands-First-Class-Kabine.
Kerosinkosten belasten die Branche
Hintergrund ist der anhaltende Kostendruck durch hohe Treibstoffpreise. US-amerikanisches Kerosin kostete zuletzt 3,67 US-Dollar je Gallone (rund 0,97 Dollar je Liter), nach einem Spitzenwert von rund 4,88 Dollar je Gallone Anfang April.
Airlines hatten die Ticketpreise in diesem Frühjahr um durchschnittlich rund 20 Prozent angehoben, um den Preisanstieg infolge des Iran-Kriegs teilweise aufzufangen – allerdings ohne ihn vollständig zu kompensieren.
Jetblue hatte für das zweite Quartal mit einem durchschnittlichen Kerosinpreis von 4,13 bis 4,28 Dollar je Gallone gerechnet und erwartet, 30 bis 40 Prozent der gestiegenen Treibstoffkosten über Ticketpreise zurückzugewinnen.
"Wir wissen, dass die Kosten steigen werden. Die Erlösseite ist wichtig", sagte Peter Trombetta, Vizepräsident für Unternehmensfinanzen bei Moody"s Ratings.