Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Luftraum nach iranischen Raketen- und Drohnenangriffen erneut teilweise gesperrt. Laut veröffentlichten Luftfahrtbekanntmachungen (Notams) der Zivilluftfahrtbehörde sind Flüge in die und aus den VAE bis mindestens 11. Mai nur über festgelegte Ein- und Ausflugpunkte gestattet. Die Behörde hat zudem Notfallsicherheitsprotokolle aktiviert. Die Notams bezeichnen die Fluginformationsregion Emirates als "teilweise geschlossen".
Die neuen Einschränkungen traten zwei Tage nach der vollständigen Freigabe des VAE-Luftraums in Kraft. Zuvor hatten die VAE erklärt, ihre Luftabwehr wehre iranische Raketen und Drohnen ab. Mehrere Flüge wurden zur Ausweichlandung nach Maskat umgeleitet oder kreisten über Saudi-Arabien.
Angriff auf Ölhafen Fujairah
Bei den Angriffen wurde nach Reuters-Informationen auch der Ölhafen Fujairah getroffen, wo ein Feuer ausbrach. Fujairah liegt jenseits der Straße von Hormus und ist damit einer der wenigen Ölexportwege der Region, der den strategisch wichtigen Seeweg umgeht. Die VAE bezeichneten die Angriffe als ernste Eskalation und behielten sich das Recht vor, darauf zu reagieren.
Der Konflikt um die Straße von Hormus belastet die globale Energieversorgung erheblich. Die USA drängen auf eine Wiedereröffnung des Seewegs, nachdem der Iran ihn infolge des seit dem 28. Februar andauernden Krieges weitgehend gesperrt hatte.
Wirtschaftliche Folgen spürbar
Die erneuten Angriffe schlugen sich unmittelbar an den Börsen nieder. Der Leitindex der Dubaier Börse verlor 1,8 Prozent. Die Billigfluggesellschaft Air Arabia büßte 2,6 Prozent ein. Auch der Abu-Dhabi-Index gab 1,1 Prozent nach.
Parallel dazu wuchs der nicht-ölbezogene Privatsektor der VAE im April so langsam wie zuletzt im Februar 2021, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage ergab. Der Iran-Krieg belaste Schifffahrt und Tourismus gleichermaßen und treffe Umsätze und Exporte der Region, hieß es.