Iranische Fluggesellschaften haben wegen verschärfter US-Sanktionen am Mittwoch einige internationale Flüge gestrichen. Nach Angaben eines Reisebüros in Teheran sind alle Flüge in Iraks Hauptstadt Bagdad und in Omans Hauptstadt Maskat betroffen. Auch sämtliche Verbindungen nach Katar, Georgien und Aserbaidschan seien gestrichen. Verbindungen in mehrere andere Länder seien jedoch weiterhin verfügbar, darunter auch China.
Der Iran droht seinen Nachbarstaaten nun damit, deren Flughäfen lahmzulegen, sollten diese beim Stopp iranischer Flüge mit den USA kooperieren. Das sagte der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, dem staatlichen Fernsehen.
Die Flughäfen in Bagdad und Maskat lassen keine iranischen Flugzeuge mehr landen, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf einen Sprecher der Zivilluftfahrtbehörde berichtete. Andere internationale Flüge, unter anderem nach Istanbul, fänden dagegen wie geplant statt. Die iranische Zivilluftfahrtbehörde bemühe sich zudem darum, Flüge nach Bagdad in die bei iranischen Pilgern beliebte heilige Stadt Nadschaf im Zentrum des Nachbarlandes umzuleiten.
Der Flughafen Bagdad werde von "einem britischen Unternehmen betrieben, das aus Angst vor Sanktionen" bereits am Dienstag die "Einschränkung und Streichung" iranischer Flüge verfügt habe, erklärte der Sprecher der iranischen Zivilluftfahrt laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Aus irakischen Regierungskreisen hieß es, Bagdad wolle sich an die US-Sanktionen halten. Georgien verbietet schon seit Montag alle iranischen Flüge in seinem Luftraum.
Eine in Teheran gestartete Maschine der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air landete dem Portal "Flightradar24" zufolge etwa im südchinesischen Guangzhou. Vom internationalen Flughafen Teheran sollte am Mittwoch außerdem ein Flug nach Shanghai starten. Auf der Website des Flughafens waren zudem Abflüge in die Türkei und nach Armenien sowie nach Nadschaf im Irak und nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten verzeichnet.
Noch am Dienstag hatte die iranische Luftfahrtbehörde angegeben, es seien keine Flugstreichungen bekannt. Die staatliche Fluggesellschaft Iran Air hatte erklärt, von der Türkei, Aserbaidschan und dem Irak keine offiziellen Anweisungen erhalten zu haben, den Flugverkehr auszusetzen.
Sanktionen gegen alle bisher nicht gelisteten Airlines
US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Montag angekündigt, ab Mittwoch würden iranische Airlines "weltweit lahmgelegt". Er drohte allen Ländern mit einem Ausschluss aus dem Dollarsystem, wenn sie dem Iran Kerosin für seine Maschinen bereitstellten oder die Bodenabfertigung übernähmen. Gleiches gelte für den Verkauf von Tickets für iranische Airlines.
Die neuen Sanktionen richten sich nach Angaben aus dem US-Finanzministerium gegen alle iranischen Fluggesellschaften, die bisher noch nicht von Sanktionen betroffen waren. Betroffen sind demnach insgesamt 36 iranische Airlines und Unternehmen der Luftfahrtbranche in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Malaysia und Kasachstan. Bessents Ankündigung folgte auf neue US-Sanktionen gegen den iranischen Luftfahrtsektor Anfang September.
Im Iran gibt es 27 Fluggesellschaften. Die meisten von ihnen bieten nur Inlandsflüge an. Iran Air und Mahan Air sind die beiden wichtigsten Airlines mit internationalen Verbindungen, vor allem in Nachbarländer, aber auch nach Russland und China. China hatte am Dienstag erklärt, es lehne "einseitige, illegale Sanktionen" ab.