Das indische Parlament hat ein neues Luftfahrtgesetz verabschiedet. Das Gesetz soll es globalen Leasinggebern erleichtern, Flugzeuge und Triebwerke zurückzuerlangen, wenn Fluggesellschaften in Zahlungsverzug geraten. Das Parlament nahm den Entwurf an. Jetzt fehlt nur noch die formale Unterschrift des indischen Präsidenten.
Der Gesetzesentwurf "Protection of Interests in Aircraft Objects" soll somit das Kapstadt-Übereinkommen umfassend umsetzen.
Bislang hatten lokale Gesetze in Indien Vorrang vor internationalen Leasingregeln. Der neue Gesetzesentwurf will dies ändern und den Leasinggebern in Indien Erleichterung verschaffen.
Lovejeet Singh von der Anwaltskanzlei "Chandhiok & Mahajan" erklärte, das Gesetz werde das Vertrauen der Leasinggeber stärken und das Leasing von Flugzeugen für neue Fluggesellschaften erleichtern.
Die Kosten für das Leasing könnten dadurch sinken, was sich in günstigeren Flugpreisen niederschlagen dürfte, so Singh.
Im Jahr 2023 hatte die Situation um Go First, bei der Leasinggeber über 50 Airbus-Flugzeuge zurückverlangen wollten, Bedenken über Indien als "riskante Gerichtsbarkeit" aufgeworfen. Indische Fluggesellschaften, darunter der Marktführer Indigo, haben seit 2022 mehr als 1300 Flugzeuge von Boeing und Airbus bestellt. Der Großteil der Flugzeuge in Indien wird entweder direkt geleast oder über Sale-and-Leaseback-Vereinbarungen finanziert.