Die International Air Transport Association (IATA) hat Saadia Zahidi, geschäftsführende Direktorin des Weltwirtschaftsforums, zur neuen Generaldirektorin bestellt. Sie folgt auf den bisherigen IATA-Chef Willie Walsh, der zur indischen Fluggesellschaft Indigo wechselt, wie der Verband mitteilte.
Zahidi ist die erste Frau, die das Amt der IATA-Generaldirektorin übernimmt. Sie soll ihre Position am 1. November antreten, teilte der Verband mit und bestätigte damit einen früheren Bericht von "Reuters".
Der Verband setzt mit der in Pakistan geborenen Ökonomin auf eine Branchenfremde – zu einer Zeit, in der Fluggesellschaften mit geopolitischem und wirtschaftlichem Gegenwind kämpfen, da die Ölpreise wegen der Spannungen im Nahen Osten über 100 US-Dollar je Barrel gestiegen sind. Die einflussreiche, in Genf ansässige Organisation wurde bislang überwiegend von ehemaligen Airline-Chefs oder Vorstandsmitgliedern geführt.
Als Generaldirektorin der IATA wird sich Zahidi auch mit der Debatte über die Eindämmung des Schadstoffausstoßes im Flugverkehr befassen müssen. Das Ziel der Branche, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, gilt wegen eines Mangels an effizienten neuen Flugzeugen und nachhaltigem Flugkraftstoff als gefährdet.
Im Januar hatte Zahidi bei der Diskussion über die größten globalen Risiken für 2026 in einem Podcast des Weltwirtschaftsforums Bedenken geäußert, dass Umweltrisiken in den Hintergrund rückten, während sich Führungskräfte verstärkt auf Themen wie Handelskonflikte konzentrierten.
"Ich finde es besorgniserregend, dass diese Themen in den Hintergrund gerückt sind, aber es ist bis zu einem gewissen Grad auch nachvollziehbar, weil der Fokus derzeit stark auf kurzfristigeren Risiken liegt – auf Geopolitik, auf Geoökonomie, auf mögliche Vermögensblasen", sagte sie. "All das beginnt, die Aufmerksamkeit vieler Führungskräfte und Experten abzulenken. Das heißt aber nicht, dass wir uns damit nicht ebenfalls befassen müssen."