IAG will sich an der Privatisierung der portugiesischen Fluggesellschaft Tap Air Portugal beteiligen und dabei in die Airline sowie den Ausbau des Hubs Lissabon investieren. Das teilte das Unternehmen mit.
Portugal hatte die lange verzögerte Privatisierung von Tap in der vergangenen Woche neu gestartet. Dabei sollen 44,9 Prozent der Anteile verkauft werden, die globale Reichweite und Wettbewerbsfähigkeit mitbringen kann. Weitere fünf Prozent sollen den Tap-Mitarbeitern angeboten werden.
IAG ist einer von drei großen europäischen Airline-Konzern, die Interesse an der Privatisierung gezeigt haben. In den vergangenen zwölf Monaten führte das Unternehmen bereits Gespräche mit der Regierung. Die beiden anderen Interessenten sind Lufthansa und Air France-KLM.
"IAG begrüßt den Privatisierungsprozess. Wir glauben, dass Tap als Teil von IAGs bewährtem Modell florieren würde – einem Modell, das sich darauf konzentriert, in Fluggesellschaften zu investieren und strategische Hubs auszubauen", sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber "Reuters".
Kritik an möglicher Hub-Konkurrenz
Taps wohl attraktivste Vorzüge sind die Verbindungen nach Brasilien, in portugiesischsprachige afrikanische Länder und in die USA von ihrem Hub Lissabon aus. Die Regierung will diesen Hub erhalten und ausbauen.
Analysten kritisieren jedoch, dass der Lissabon-Hub sehr nahe an der Madrider Basis von Iberia liegt, die ebenfalls zu IAG gehört. Langfristig könnte IAG Routen von Lissabon nach Madrid verlagern und damit die Bedeutung des portugiesischen Hubs reduzieren.
Der IAG-Sprecher verwies jedoch auf die in Dublin ansässige Aer Lingus, die seit 2015 zu IAG gehört. Diese habe trotz der Nähe zum London-Hub von British Airways ihre Langstreckenkapazität verdoppelt. Das sei "ein überzeugendes Beispiel dafür, was erreicht werden kann" – auch mit Tap.