Die Inbetriebnahme der Startbahn West am Frankfurter Flughafen im April 1984 wurde begleitet von massiven Protesten und Demonstrationen, die den Beginn eines langjährigen Umweltnutzungskonflikts markierten. Trotz Widerstands aus der Bevölkerung und erheblichen Verzögerungen durch Klagen und Aktionen der Umweltbewegung, ist die Startbahn heute ein zentraler Bestandteil des Flughafenbetriebs.
Mit Ziel Paris ist der Lufthansa-Airbus "Lüneburg" am 12. April 1984 von der Startbahn West am Frankfurter Flughafen abgehoben. Rund 15.000 Demonstranten verfolgten den ersten kommerziellen Start auf der Piste von der Betonschutzmauer des Flughafengeländes – eine Eröffnungsfeier gab es nicht.
Man wollte nicht provozieren, hieß es von der damaligen Betreibergesellschaft. 40 Jahre später finden rund 30 Prozent aller Flugbewegungen auf ihr statt. Damit ist sie ein zentraler Bestandteil des Flughafenbetriebs, erklärte die heutige Betreibergesellschaft Fraport.
So wichtig die Startbahn West heute ist, so umstritten war sie in ihrer Planungsphase: "Die Startbahn hat uns und die Öffentlichkeit mehr als eine Generation beschäftigt", sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Flughafengesellschaft (FAG), Erick Becker, bei der Eröffnung.
Bereits im Dezember 1965 beantragte die Frankfurter Flughafengesellschaft den Bau einer neuen dritten Startbahn. Für den Bau der 4000 Meter langen Piste, die von Norden nach Süden verläuft, wurde viel Aufwand betrieben.
Der drastisch gestiegene Flugverkehr hatte sowohl die alten Empfangsgebäude als auch das bis heute bestehende Parallelbahnsystem an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Das Rhein-Main-Gebiet befand sich in einem stetigen ökonomischen Aufschwung, was nicht zuletzt dem Flughafen als europäischem Luftdrehkreuz zu verdanken war.
Heftiger Widerstand
Gegen das Projekt entwickelte sich jedoch heftiger Widerstand der zu massiven Protesten und Besetzungsaktionen rund um das Flughafengelände führte.
Damit entwickelte sich die "18 West" zum zentralen Umweltnutzungskonflikt in Hessen – zahlreiche Klagen verzögerten den Baubeginn um fast zehn Jahre. Bis zur Eröffnung entstanden nach Fraport-Angaben Sachschäden in Höhe von mehreren Millionen Mark.