American Airlines baut ihr Führungsteam um, weitet Zuständigkeiten im Vertriebs- und Betriebsbereich aus und holt einen früheren Spirit-Airlines-Manager für die technische Sparte.
In einer von Reuters eingesehenen internen Mitteilung räumte CEO Robert Isom eine "bedeutende Lücke" zwischen der aktuellen Leistung von American Airlines und dem Anspruch der Airline ein.
Die Personalveränderungen seien der "erste Schritt einer Reihe von Maßnahmen", mit denen das Team gestärkt, die Abstimmung verbessert und die Umsetzung beschleunigt werden solle.
Die American-Führung steht aktuell unter Druck, die Gewinnlücke zu den Rivalen Delta Air Lines und United Airlines zu schließen. Die Gewinnlücke zu Delta und United war bereits groß, bevor der jüngste Treibstoffschock in Folge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran die Energiepreise weiter in die Höhe trieb.
Für 2026 rechnet American mit einem in etwa ausgeglichenen Ergebnis, da höhere Kerosinpreise die Zugewinne aus gestiegenen Umsätzen aufgefressen haben. Delta und United rechnen dagegen mit soliden Gewinnen.
Neue Aufgabenverteilung im Management
John Bendoraitis, ehemaliger Chief Operating Officer von Spirit Airlines, wechselt zu American Airlines und übernimmt die technische Sparte. Chief Commercial Officer Nat Pieper übernimmt zusätzlich Marketing und Markenführung, Chief Customer Officer Heather Garboden ist künftig auch für Reservierungen und Serviceanliegen zuständig, und JC Gulbranson erhält zusätzlich die Verantwortung für Flughäfen und Planung.
Chief Communications Officer Ron DeFeo scheidet der Mitteilung zufolge aus dem Unternehmen aus. Caroline Clayton übernimmt die Kommunikationsabteilung, Steve Neuman die Regierungsbeziehungen. Garboden, Gulbranson, Clayton und Neuman rücken künftig in die oberste Führungsebene von American Airlines auf.
Druck von Gewerkschaften wächst
Der Druck auf Isom wächst schon länger. Die Flugbegleitergewerkschaft hatte bereits Anfang des Jahres einen Führungswechsel gefordert. Und auch die Pilotengewerkschaft hatte infrage gestellt, ob das derzeitige Management die Gewinnlücke schließen kann.
Der Vorsitzende der Pilotengewerkschaft, Nick Silva, hatte jüngst American Airlines' ausgeglichenen Ausblick den Gewinnen der Konkurrenz gegenübergestellt. "Steigende Treibstoffkosten halten unsere Wettbewerber nicht von Innovation und Profitabilität ab", argumentierte er.
In einer Mitteilung an die Piloten in der vergangenen Woche erklärte Silva, die Gewerkschaft habe ein Gespräch mit dem Vorstand von American Airlines gesucht, sei damit aber "abgeblitzt". Seither habe man Gespräche mit Analysten, Investoren und weiteren Stakeholdern geführt. "Der Konsens ist eindeutig: Es muss sich etwas ändern. Die einzige Frage ist: Wann?", schrieb Silva.
Isom machte derweil deutlich, dass er nicht von seinem Kurs abweichen will. American Airlines habe "die richtige Strategie und das richtige Team, um sie umzusetzen", sagte er und verwies auf den Fokus auf den Ausbau des globalen Streckennetzes, wachsende Premium-Umsätze und die Stärkung des Vielfliegerprogramms "AAdvantage".