Eurowings wird die Zahl der Flugzeuge mit Premium-Business-Sitzen von zwei auf acht erhöhen. Das kündigte Eurowings-Chef Max Kownatski am Montag im Vorfeld der Reisemesse ITB in Berlin an. Damit soll die gesamte A320-Neo-Flotte der Airline mit dem neuen "BIZ"-Sitzprodukt ausgestattet werden.
Seit November 2025 testet Eurowings die speziellen Narrowbody-Budiness-Sitze auf der Strecke Berlin–Dubai. Laut Unternehmen fiel das Kundenfeedback durchweg positiv aus. Auf Basis der Testergebnisse hat Eurowings nun den Rollout auf alle acht Maschinen dieses Typs beschlossen. Die Flugzeuge kommen an der Berliner Basis sowie an weiteren deutschen Eurowings-Standorten zum Einsatz.
"Wir verändern mutig einen Industriestandard, weil sich auch die Erwartungen unserer Gäste verändern", sagte Eurowings-Chef Kownatski. "Der Erfolg unserer Markttests hat schon nach wenigen Monaten klar aufgezeigt, dass sich viele Gäste auf längeren Flügen etwas mehr Freiraum und bezahlbaren Komfort wünschen."
Mit dem neuen Sitz ändert Eurowings die Kabinenkonfiguration in den vorderen zwei Reihe: Statt des üblichen 2×3-Layouts kommt dort ein 2×2-Format mit insgesamt acht Premium-Sitzen zum Einsatz.
Mit dem Ausbau auf acht Flugzeuge will Eurowings drei Kundensegmente ansprechen: Passagiere auf den längeren Strecken der Airline, Premium-Leisure-Reisende – zum Beispiel auf Mallorca-Flügen – sowie Geschäftsreisende auf City-Verbindungen wie etwa nach London. Kownatski bezeichnete das Produkt als "First in Deutschland".
Berliner Wachstum als Kulisse
Die Ankündigung fiel auf der ITB nicht zufällig. Eurowings hat in Berlin zuletzt deutlich an Kapazität zugelegt – von ursprünglich drei auf jetzt neun Flugzeuge an der Spree-Basis. Die Zahl der angebotenen Sitze stieg von 1,6 Millionen im Jahr 2023 auf 2,3 Millionen in diesem Jahr. Derzeit bedient Eurowings von Berlin aus 47 Ziele mit mehr als 200 wöchentlichen Flügen.
Kownatski erklärte, Eurowings wolle in Berlin weiter wachsen und mittelfristig auch dort zur Nummer eins werden – nach Stuttgart, Düsseldorf, Köln und Hamburg, wo die Airline nach eigenen Angaben bereits Marktführer ist. Als neue Strecke ab Berlin kündigte er die Verbindung nach Rom an. Zudem soll auch der Dubai-Betrieb fortgesetzt werden, sobald sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert.
Nahost-Krise mit überschaubarem Effekt
Den aktuellen Konflikt im Nahen Osten stufte der Eurowings-Chef als operativ begrenzt ein. Die Strecken in die Region machten derzeit rund zwei Prozent der angebotenen Sitze aus – etwa 30 Flüge pro Woche im Vergleich zu mehr als 400 wöchentlichen Flügen allein nach Palma de Mallorca. Eurowings beteilige sich im Rahmen der Lufthansa Group an der Rückholung von Reisenden aus dem Krisengebiet.
Kownatski ist seit rund vier Wochen im Amt. Eigenen Angaben zufolge befindet er sich noch in einer Kennenlernphase – einer sogenannten "Max Listening Tour" – und will vor Ablauf der ersten 90 Tage keine strategischen Grundsatzentscheidungen verkünden.