Lufthansa und andere große europäische Fluggesellschaften wollen eine Ausweitung des CO2-Emissionshandels in der Europäischen Union auf internationale Flüge verhindern. In einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der Reuters am Montag vorlag, warnen sie vor steigenden Ticketpreisen und Frachtkosten.
Zu den Unterzeichnern gehören Lufthansa-Chef Carsten Spohr sowie seine Kollegen von Air France-KLM, dem British-Airways-Mutterkonzern IAG, Ryanair und Easyjet. Auch Tui-Chef Sebastian Ebel unterzeichnete den Appell, der am Rande des IATA-Jahrestreffens in Brasilien bekannt wurde. Insgesamt tragen 15 Branchenvertreter den Brief.
Bislang ist der Emissionshandel (ETS), bei dem Airlines CO2-Zertifikate für den Ausstoß von Treibhausgasen erwerben müssen, auf Flüge innerhalb Europas beschränkt.
Die EU-Kommission erwägt im Rahmen einer für Juli geplanten Überprüfung, das System auf Langstreckenflüge aus der EU auszuweiten. Damit solle eine Benachteiligung europäischer Airlines gegenüber internationalen Konkurrenten abgestellt werden, erklärte die Behörde.
Die Ungleichbehandlung kritisieren auch die europäischen Fluggesellschaften – sie halten jedoch das globale Klimaschutzsystem Corsia der UN-Luftfahrtorganisation ICAO für das wirksamere Instrument zur CO2-Reduktion.
"Jede Ausweitung des EU-Emissionshandels wird die Legitimität von Corsia untergraben", hieß es in dem Schreiben. Die ETS-Kosten müssten auf das Niveau von Corsia sinken. Die EU-Kommission steht dem globalen Mechanismus skeptisch gegenüber: Nach einer Studie von 2021 ist er weniger wirksam als der EU-Emissionshandel.