Die Bundesregierung hat in der Duiskussion um weitere Flugrechte für Emirates einen Kompromiss vorgeschlagen. Die Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kann wohl mit Berlin als fünftem deutschen Anflugpunkt rechnen. Das Bundesverkehrsministerium zieht allerdings eine Haltelinie, wie der "Tagesspiegel" berichtete.
Demnach will das Ministerium Emirates vorerst nur zwei Flüge pro Woche zum Flughafen Berlin-Brandenburg erlauben. Tägliche Verbindungen zwischen Berlin und Dubai wären damit zunächst ausgeschlossen. Die Airline hat nach Medieninformationen bereits ab Dezember Slots am BER für die Strecke nach Dubai reserviert, allerdings für tägliche Flüge
Der Kompromissvorschlag des Ministeriums erscheint allerdings nicht wirklich gangbar. Denn Netzwerk-Airlines sind auf zumindest tägliche Flüge angewiesen, um eine Verbindung sinnvoll ins Netz integrieren zu können.
Berlin und der Flughafenbetreiber befürworten die Pläne von Emirates. Eine mindestens tägliche Verbindung nach Dubai würde den BER an das umfangreiche Interkontinentalnetz der Fluggesellschaft anbinden. Passagiere aus der Hauptstadtregion könnten über den Hub in den Emiraten zahlreiche Ziele in Asien, Afrika und Australien erreichen.
Widerstand aus Frankfurt und München
Die Lufthansa lehnt eine Ausweitung der Emirates-Flugrechte in Deutschland hingegen strikt ab. Die Fluggesellschaft befürchtet weitere Wettbewerbsverzerrungen im deutschen Luftverkehrsmarkt. Auch die Bundesländer Hessen und Bayern, in denen die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München liegen, sprechen sich gegen zusätzliche Genehmigungen für Emirates aus.
Die Auseinandersetzung um die Flugrechte spaltet die deutsche Luftfahrtbranche. Während Emirates bereits an vier deutschen Standorten vertreten ist, strebt die Airline eine weitere Expansion an. Das Luftfahrtabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten steht damit im Zentrum eines Interessenkonflikts zwischen verschiedenen Akteuren.