Electra hat mit dem französischen Triebwerksbauer Safran Helicopter Engines einen Produktionsvertrag über Turbogeneratoren geschlossen. Wie das Hybrid-Elektro-Start-up mitteilte, treibt es damit seine Zulassungsbemühungen für das Flugzeugmodell EL9 voran.
Die Vereinbarung umfasst laut Unternehmensangaben eine Erstbestellung über 250 Turbogeneratoren vom Typ TG600. Sie soll es ermöglichen, die Produktion an die Nachfrage nach der EL9 anzupassen, dem neunsitzigen Ultra-Short-Flugzeug von Electra. Der Erstflug der EL9 ist für Ende 2027 oder Anfang 2028 geplant, der Markteintritt für 2030.
Ein Turbogenerator besteht aus einer Gasturbine in Kombination mit einem oder mehreren elektrischen Generatoren sowie einem System zur Regelung von elektrischer Leistung und Spannung.
Der Vertrag erweitert eine Partnerschaft zwischen Electra und Safran, die bereits 2023 angekündigt worden war, und unterstützt die Entwicklungs- und Zulassungsarbeiten an der EL9. Er fällt in eine Phase, in der Unternehmen aus dem Bereich Advanced Air Mobility (AAM) ihre Lieferanten für kritische Flugzeugsysteme festlegen und zugleich behördliche Zulassungen für den geplanten kommerziellen Betrieb anstreben.
Electra Teil des US-Pilotprogramms für Flugtaxis
Electra wird von Lockheed Martin Ventures und Honeywell unterstützt und war neben Archer und Joby eines der Unternehmen, die von der Regierung von US-Präsident Donald Trump in diesem Jahr für ein Pilotprogramm ausgewählt wurden. Ziel des Programms ist es, den Einsatz von Flugtaxis in den USA zu beschleunigen.
"Rein elektrische Antriebe werden in den kommenden Jahren in ihrer Reichweite noch so eingeschränkt sein, dass sie sich allenfalls für Flugtaxidienste über sehr kurze Distanzen eignen", sagte Jean-François Sauer, Programm-Vizepräsident bei Safran Helicopter Engines, gegenüber Reuters.
Electra-Chef spricht von wichtigem Meilenstein
Electra-Chef Marc Allen bezeichnete den Turbogenerator-Deal als wichtigen Meilenstein für das Unternehmen. Nach seinen Angaben liegen bereits Bestellungen für 2.200 Flugzeuge vor, 63 Betreiber warten auf die Auslieferung.
Allen zufolge eröffnet das Programm Electra zudem die Möglichkeit, das Flugzeug in verschiedenen neuartigen städtischen Lufträumen zu testen und dabei Daten zu sammeln. Diese könnten auch Vorhaben des US-Verkehrsministeriums und der Luftfahrtbehörde FAA unterstützen.