Dassault präsentiert neuen Langstreckenjet Falcon 10X, © Dassault
Dassault Falcon 10X beim Roll Out. : Frontalaufnahme des Dassault Falcon 10X während des Rollouts in einem Hangar. Intensive blaue und grüne Lichtstrahlen erzeugen wellenförmige Effekte über den Tragflächen; zwei Triebwerke, markante Winglets und das große weiße ‚10X‘ auf dem Boden sind deutlich zu erkennen. © Dassault
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Dassault Aviation hat seinen neuen Langstrecken-Business-Jet Falcon 10X am Dienstagabend in der Fabrik im südwestfranzösischen Mérignac vorgestellt.

Erstflug "bald", Indienststellung Ende des Jahrzehnts

Der Erstflug des zweistrahligen Jets werde "bald" stattfinden, sagte Konzernchef Eric Trappier bei der Roll-Out-Zeremonie für Zulieferer und potenzielle Käufer. In Betrieb gehen soll die Maschine gegen Ende des Jahrzehnts. Ursprünglich war die Falcon 10X bereits für Ende 2025 angekündigt worden, der Termin wurde später auf 2027 verschoben.

"Die Rolle dieses Flugzeugs ist es, sehr lange Strecken zurückzulegen und dabei maximalen Komfort und Sicherheit zu gewährleisten", sagte Trappier. Das 80 Millionen Dollar teure Flugzeug werde "die größte Kabine seiner Klasse" bieten.

Die Maschine hat eine Reichweite von 7500 Seemeilen (13.900 Kilometer) und tritt damit in direkten Wettbewerb mit dem Bombardier Global 8000 und dem Gulfstream G800. Analysten zufolge könnte das Modell ein engeres Dreier-Rennen zwischen Dassault, Bombardier und der General-Dynamics-Tochter Gulfstream auslösen – beide Konkurrenten lieferten 2025 in der Summe rund viermal mehr Flugzeuge aus als der französische Hersteller.

Rolls-Royce-Triebwerke als Novum

Für die Falcon 10X setzt Dassault erstmals auf Triebwerke des britischen Herstellers Rolls-Royce – ein Novum für das von der Familie Dassault kontrollierte Unternehmen, das neben Business-Jets auch Rafale-Kampfjets baut. Wie viele Bestellungen für das neue Modell bisher vorliegen, wollte Dassault nicht mitteilen. Trappier machte auch keine Angaben zu einer anvisierten Produktionsrate; diese hänge von den Aufträgen ab.

Die Entwicklung der Falcon 10X hatte sich durch die Covid-19-Pandemie verzögert, die den Lieferketten der gesamten Branche zugesetzt hatte. Auch das kleinere Modell Falcon 6X kam erst 2023 nach pandemiebedingten Verzögerungen in den Dienst. "Bei der Falcon 6X hatten wir wirklich Lieferkettenprobleme, und aus dieser Erfahrung werden wir lernen", sagte Trappier. Zudem gibt es noch das Basismodell, die Falcon 8X.

Nachfrage nach Privatflügen bleibt stark

Die Nachfrage wohlhabender Reisender und Unternehmen nach Privatflügen ist seit dem Anstieg während der Pandemie robust geblieben. Das US-Unternehmen Honeywell prognostiziert für das kommende Jahrzehnt 8500 Business-Jet-Auslieferungen im Wert von 283 Milliarden Dollar.

Zum möglichen Einfluss des Nahostkonflikts auf die Branche äußerte sich Trappier zurückhaltend. Der Mittlere Osten stehe für drei Prozent der weltweiten Business-Jet-Auslieferungen. "Es gibt keinen unmittelbaren Einfluss, aber es gibt Risiken", sagte er.

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