Condor hat als mögliche Käufer auch Fluggesellschaften aus dem arabischen Raum und der Türkei im Blick. Angesichts des erwarteten Staatsausstiegs und der vom Haupteigner Attestor eingeleiteten Investorensuche nannte Condor-Chef Peter Gerber in einem Interview des "Stern" unter anderem Emirates, Etihad und Qatar Airways.
"Das sind ebenfalls starke Anbieter, die sich nach den Erfahrungen mit den USA im Irankrieg vielleicht weniger abhängig vom Heimatmarkt machen wollen und auch offen für Partner aus anderen Regionen sein könnten", sagte der Condor-Chef.
"Zudem gibt es mit der Turkish Airlines einen Anbieter, der stark am Wachstum in Europa interessiert ist", so Gerber weiter. Die Lufthansa gilt als deutscher Marktführer aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht als möglicher Käufer.
Im Herbst kann der Finanzinvestor und Condor-Mehrheitseigner Attestor die vom Bund gehaltenen 49 Prozent übernehmen. Der Staat war 2019 infolge der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook bei Condor eingestiegen und hatte die Fluggesellschaft während der Corona-Pandemie zusätzlich gestützt. Attestor selbst hält bereits gemeinsam mit einem Treuhänder 51 Prozent der Anteile und war 2021 bei Condor eingestiegen. Der Finanzinvestor hatte im vergangenen Jahr eine Prüfung strategischer Optionen für Condor eingeleitet; nach Angaben Gerbers bevorzugt Attestor einen Partner aus der Luftfahrtbranche.