Condor und American Airlines gehen eine Interline-Partnerschaft ein, wie beide Fluggesellschaften am Mittwoch mitteilten. Die Kooperation soll Gästen zusätzliche Anschlussverbindungen zwischen Nordamerika und Europa ermöglichen und die Streckennetze beider Airlines stärker miteinander verknüpfen.
Über die Partnerschaft erhalten Condor-Reisende künftig Zugang zu Anschlussflügen von American Airlines. Möglich wird das etwa über die Condor-Ziele Boston, New York, Chicago und Los Angeles in Nordamerika. Gäste von American Airlines wiederum erreichen über die deutschen Drehkreuze Frankfurt und München zahlreiche europäische und weitere internationale Verbindungen von Condor.
Chicago bietet Condor im Sommerflugplan 2027 neu ab Frankfurt an. Die neue Partnerschaft mit American Airlines gewinnt dadurch zusätzlich an Bedeutung. American Airlines betreibt am Flughafen Chicago O'Hare eines ihrer größten Drehkreuze mit zahlreichen Anschlussmöglichkeiten innerhalb der USA und nach Kanada. Zusammen mit den bestehenden Condor-Zielen Boston, New York und Los Angeles entsteht so ein Netzwerk mit Zugang zu zahlreichen weiteren Reisezielen in Nordamerika.
"Mit American Airlines gewinnen wir einen starken Partner, dessen Streckennetz unser eigenes ideal ergänzt und unsere Konnektivität in Nordamerika deutlich stärkt", sagte David Carlisle, Director Network Planning and Partnerships bei Condor. Die Kooperation stärke die Position im Transatlantikverkehr und biete den Gästen zusätzliche Reisemöglichkeiten, erklärte er. Jeff Ogar, Managing Director Alliances bei American Airlines, sagte: "Die Kombination unseres umfassenden nordamerikanischen Streckennetzes mit der starken Präsenz von Condor in Deutschland und Europa schafft einen echten Mehrwert für unsere gemeinsamen Gäste."
Nach Angaben der beiden Fluggesellschaften lässt sich die komplette Reise über Condor und American Airlines künftig mit einem einzigen Ticket buchen. Das Gepäck wird demnach durchgehend bis zum Zielort eingecheckt, und ein einziger Check-in deckt die komplette Reisestrecke ab. Tickets für Verbindungen beider Airlines sollen den Angaben zufolge in Kürze auf der Internetseite von Condor, in Reisebüros und bei anderen Vertriebspartnern buchbar sein.
Erste Kontakte reichen bis 2025 zurück
Bereits im Juni 2025 hatte Condor-Chef Peter Gerber Gespräche mit American Airlines über eine mögliche Kooperation bestätigt. Damals ging es auch um Spekulationen über einen möglichen Beitritt Condors zur Luftfahrtallianz Oneworld, der American Airlines angehört.
Die Lufthansa hatte ihre langjährige Zubringer-Vereinbarung mit der Ferienfluggesellschaft zum Jahresende 2024 gekündigt. Condor suchte seitdem verstärkt nach neuen Partnern für Zubringerflüge. Zu einer möglichen Oneworld-Mitgliedschaft äußerte sich Condor in der aktuellen Mitteilung nicht.
Die Kooperation mit American Airlines reiht sich in eine wachsende internationale Partner-Strategie der Condor ein. Mit Alaska Airlines kooperiert die Fluggesellschaft bereits länger als ein Jahrzehnt in den USA. Auch mit Fluggesellschaften wie Etihad Airways, Japan Airlines und Cathay Pacific bestehen nach früheren Angaben von Condor bereits Interline-Abkommen.
Erst Anfang September hatte Condor zudem eine Vielflieger- und Streckenpartnerschaft mit Qantas gestartet, die zusätzliche Verbindungen zwischen Europa, Australien und Neuseeland schafft.