Bodensee-Airport holt Unternehmer Jochen Krumm als neuen Geschäftsführer, privat
Jochen Krumm : Porträt eines Mannes im dunklen Sakko und weißen Hemd vor unscharfem urbanem Hintergrund mit warmen Lichtpunkten. Das Bild wirkt ruhig und professionell. privat
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Der Aufsichtsrat des Bodensee-Airports Friedrichshafen hat Jochen Krumm einstimmig zum neuen Geschäftsführer bestellt. Der 56-Jährige tritt sein Amt am 15. Mai an, wie der Flughafen mitteilte.

Krumm übernimmt die Führung des Airports von zwei Vorgängern gleichzeitig: Claus-Dieter Wehr verabschiedet sich Ende Mai in den Ruhestand, nachdem er den Flughafen über viele Jahre geleitet hat. Detlef Schäfer-Carroll hatte seine Kündigung bereits im Februar aus persönlichen Gründen eingereicht. Er war erst im Mai 2025 neben Wehr zum Geschäftsführer aufgerückt und sollte die alleinige Leitung übernehmen, sobald Wehr ausscheidet.

Kein Luftfahrt-Hintergrund, aber Pilotenlizenz

Krumm kommt nicht aus der Luftfahrtbranche. Zuletzt war der gebürtige Ravensburger in Kapstadt tätig, wo er als Interim Manager und strategischer Berater die Marktentwicklung für ein Unternehmen im Bereich Solarenergie und Batteriespeicher verantwortete. Mit seiner Rückkehr an den Bodensee schließt er nach eigenen Angaben bewusst an seine Heimatregion an.

Dass dem neuen Geschäftsführer die Luftfahrt nicht vollständig fremd ist, zeigt ein Detail aus seinem Lebenslauf: Krumm hält seit 20 Jahren eine Berufspilotenlizenz.

Aufsichtsratsvorsitzender Martin Buck begründete die Wahl mit dem wirtschaftlichen Anforderungsprofil des Airports: „Regionalflughäfen stehen heute vor vielfältigen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen. Dafür braucht es neben operativer Kompetenz insbesondere unternehmerisches Denken, Innovationskraft und starke Netzwerke." Genau diese Qualitäten sieht der Aufsichtsrat in Krumm.

Passagierzahlen unter Zielmarke

Der Bodensee-Airport verzeichnete im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge mehr als 250.000 Passagiere – ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Allerdings blieb der Flughafen damit hinter der Marke von 295.000 Fluggästen zurück, die Gemeinderat und Kreistag im Frühjahr 2025 gefordert hatten. Mittelfristig strebt der Airport 300.000 bis 350.000 Passagiere bis 2030 an.

Auf der Angebotsseite gab es zuletzt positive Signale: Die Ryanair kehrte im April mit Verbindungen nach Mallorca und Alicante zurück, zu Jahresbeginn starteten innerdeutsche Flüge nach Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Den Rückenwind will Krumm nutzen: „Die positive Entwicklung der vergangenen Monate zeigt das Potenzial des Flughafens", erklärte er. Er wolle seine Erfahrung einsetzen, um diesen Kurs gemeinsam mit Mitarbeitenden, Partnern und Gesellschaftern fortzusetzen.

Der südlichste Verkehrsflughafen Deutschlands liegt in Baden-Württemberg unweit der Grenzen zu Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Stadt und Bodenseekreis hatten zuletzt beschlossen, keine Betriebszuschüsse mehr zu zahlen und Investitionen nur bei nachhaltiger positiver Entwicklung zu unterstützen.

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Passagiere steigen in ein ATR-Flugzeug der DAT., © Skyhub PAD
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