Tausende Menschen sind am Sonntag durch die Innenstadt von Barcelona gezogen, um gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Barcelona-El Prat zu protestieren. Die Polizei bezifferte die Teilnehmerzahl nach Angaben lokaler Medien auf rund 5500, andere Quellen sprechen von 10.000 – die Veranstalter selbst sogar von 50.000 Menschen.
Der Protest fällt in eine Woche, in der Spaniens Ministerrat das Verkehrs-Budget bis 2031 gebilligt hat. Es sieht für das Flughafennetz des staatlichen Betreibers Aena Investitionen von knapp 13 Milliarden Euro vor, wovon rund 1,8 Milliarden Euro auf El Prat entfallen.
Das Geld fließt nach Angaben des Verkehrsministeriums aber vor allem in die Modernisierung bestehender Terminals und Vorfeldflächen. Für den Bau einer geplanten Landebahnverlängerung sind darin keine Mittel enthalten, lediglich rund 191 Millionen Euro für vorbereitende Maßnahmen.
Umstritten ist vor allem Aenas Plan, die meeresseitige Runway um rund 500 Meter zu verlängern. Zudem gibt es Pläne für ein neues Satellitenterminal. Den Angaben nach soll die Passagierkapazität dadurch von derzeit rund 55 Millionen auf bis zu 70 Millionen im Jahr 2038 steigen.
Ein vergleichbares Projekt war 2021 nach einem Streit über Umweltfolgen gescheitert, ehe eine spanisch-katalanische Kommission im Juni 2025 ein überarbeitetes, rund 3,2 Milliarden Euro teures Gesamtkonzept billigte.
El Prat operiert aktuell bereits über seiner Kapazität. 2025 hat der Flughafen mit rund 57,5 Millionen Passagieren einen neuen Rekord aufgestellt.