Airbus validiert in Bremen mit zwei Großdemonstratoren zentrale Systeme des geplanten Frachters A350F. Die Tests dienen der Zertifizierungsvorbereitung sowie der Freigabe für Bodentests und den Erstflug, der für 2026 vorgesehen ist. Das berichtete "World Air News".
Im Mittelpunkt steht laut Angaben zunächst der Prüfstand für die Hauptdeck-Frachttür (Main-Deck Cargo Door). Der A350F verfügt im Gegensatz zu herkömmlichen Frachtflugzeugen über ein vollständig elektrisches Türbetätigungssystem.
Gesteuerte Drehaktuatoren öffnen oder schließen die Tür innerhalb von 60 Sekunden – auch bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten. Der Demonstrator wiegt rund 20 Tonnen und bildet die Steifigkeit sowie den Schwerpunkt der endgültigen Verbundwerkstofffrachttür nach.
Die Türöffnung hat eine lichte Breite von rund 4,30 Metern. Ein neu patentierter Verriegelungsmechanismus soll gegenüber konventionellen Systemen Gewicht und Bauteilanzahl reduzieren.
Frachtladedemonstartor "Cargo Zero"
Der zweite Prüfstand, intern "Cargo Zero" genannt, ist ein 24 Meter langer Teilnachbau des A350F-Frachtraums in Originalgröße. Er umfasst Frachtladesysteme, angetriebene Antriebseinheiten, Rollen, Verriegelungen und Bedienfelder.
Der Demonstrator simuliert verschiedene Flugzeuglagen und Strukturlasten, um das Handling schwerer Frachtstücke zu erproben – darunter Strahltriebwerke auf Transportgestellen und Unit Load Devices mit bis zu 28 Tonnen Gewicht.
Zudem testet Airbus an "Cargo Zero" das Tail-Tipping-Warnsystem, das ein Kippen des Flugzeugs bei ungünstiger Beladung verhindern soll. Die Tests sollen bis in das Jahr 2027 hinein fortgesetzt werden, so "World Air News".