Airbus baut sein früheres Flügelwerk für die A380 in Broughton in Wales zu einer Fertigungslinie für die A321 um. Der Flugzeughersteller investiert dafür 150 Millionen Pfund, umgerechnet rund 175 Millionen Euro, wie die britische "Daily Post" berichtet. Der Umbau der sogenannten West Factory soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Nach Fertigstellung soll die Halle über sechs Montagevorrichtungen für Tragflächen, eine Ausrüstungslinie und eine Lackieranlage verfügen. Die Kapazität ist auf den Auftragsbestand der A320-Familie zugeschnitten, der sich derzeit auf rund 7500 Flugzeuge beläuft – etwa 70 Prozent davon Bestellungen für die A321.
Am Standort Broughton entstehen dadurch im laufenden Jahr rund 480 neue Arbeitsplätze, davon 250 in der umgerüsteten Fabrik. Sie kommen zur bestehenden Belegschaft von etwa 6000 Mitarbeitenden am Standort hinzu. Die Fertigung der ersten Tragfläche unter der neuen Konfiguration läuft den Angaben nach bereits.
Vom A380-Flügelwerk zur A320-Linie
Die West Factory wurde 2003 eröffnet. Mehr als 1000 Beschäftigte fertigten vor Ort Tragflächen für die A380. Die fertigen Flügel wurden per Schiff ins französische Toulouse transportiert. Airbus entschied sich dann aber, das A380-Programm auslaufen zu lassen. Die letzte Tragfläche verließ Broughton im Februar 2020. Seither fertigt der Standort Tragflächen für die A350 und die A320-Neo-Familie.
Mit der Expansion in die ehemalige A380-Flügehlalle verfolgt Airbus das Ziel, die monatliche Produktionsrate der A320-Neo-Familie insgesamt bis Ende 2027 auf 70 bis 75 Flugzeuge zu steigern und anschließend bei 75 zu halten.
Die Investition in Broughton folgt auf eine kürzlich angekündigte, ebenfalls mehrstellige Millioneninvestition am Airbus-Standort Belfast. Dort soll die Fertigungskapazität für Tragflächen ebenfalls ausgeweitet und die Kompetenz bei fortschrittlichen Verbundwerkstoffen gestärkt werden – dort allerdings mit dem Ziel, den Produktionshochlauf der A220 voranzutreiben.