Die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand hat für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr den höchsten Jahresverlust seit drei Jahren verzeichnet. Hohe Treibstoffkosten und anhaltende Wartungsengpässe belasteten das Ergebnis.
Der Verlust fiel jedoch kleiner aus als von Analysten erwartet. Air New Zealand teilte zudem mit, die Störungen durch den Mangel an einsatzbereiten Triebwerken ließen spürbar nach, weil wieder mehr Flugzeuge in den Betrieb zurückkehrten.
Seit 2023 kämpft die Airline mit Problemen bei der Triebwerkswartung. Damals rief der Hersteller "Pratt & Whitney" mehr als 1000 Triebwerke für Airbus-Flugzeuge zur Inspektion zurück. Das führte in den Folgejahren zu wiederholten Stilllegungen von Flugzeugen.
Die eingeschränkte Verfügbarkeit von Triebwerken schmälerte den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um schätzungsweise 190 Millionen neuseeländische Dollar (rund 97 Millionen Euro). Der Nahost-Konflikt belastete die Treibstoffrechnung nach Berücksichtigung von Sicherungsgeschäften zusätzlich mit 205 Millionen neuseeländischen Dollar, mehr als zu Beginn des zweiten Halbjahres erwartet worden war.
Vorstandsvorsitzender Nikhil Ravishankar sagte, die Beeinträchtigungen durch die Triebwerksprobleme gingen deutlich zurück. Air New Zealand arbeite mit Rolls-Royce und "Pratt & Whitney" zusammen, um stillgelegte Flugzeuge früher als geplant wieder in Betrieb zu nehmen und die Flottenverfügbarkeit bis zum Ende des Geschäftsjahres zu verbessern. "Es gibt noch Restrisiken und -kosten, die wir bewältigen müssen, aber wir gehen mit einer deutlich zuverlässigeren Flotte in das Jahr 2027", sagte er.
Verlust fällt kleiner aus als erwartet
Air New Zealand rutschte im abgelaufenen Geschäftsjahr in einen Verlust vor Steuern von 336 Millionen neuseeländischen Dollar. Das ist weniger als die vom Analysehaus Visible Alpha prognostizierten 356,5 Millionen neuseeländischen Dollar.
Die Aktie von Air New Zealand legte daraufhin um bis zu 3,9 Prozent auf 0,40 neuseeländische Dollar zu.
Für das Geschäftsjahr 2027 kann Air New Zealand noch keine Gewinnprognose abgeben. Das Unternehmen verwies auf schwankende Kerosinpreise und die anhaltende Unsicherheit durch den Nahost-Konflikt. Air New Zealand rechnet mit einem Übergangs- und Erholungsjahr, in dem sich die operative Leistung verbessern soll, während hohe Treibstoffpreise weiter auf der Profitabilität lasten. Eine Schlussdividende zahlt die Airline nicht.