Air France-KLM hat im ersten Quartal einen operativen Verlust von 27 Millionen Euro verbucht. Das ist eine Verbesserung von 301 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Konzernumsatz stieg im Jahresvergleich um 4,4 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Fehlbetrag blieb mit 287 Millionen Euro in etwa konstant.
Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern eine Kerosinrechnung von 9,3 Milliarden Dollar – 2,4 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. Allein im zweiten Quartal werden 1,1 Milliarden Dollar Treibstoffkosten anfallen, bestehende Preisabsicherungsgeschäfte bereits eingerechnet.
"Auch wenn sich die gestiegenen Treibstoffpreise noch nicht in den heute vorgelegten Ergebnissen niederschlagen, werden sie die kommenden Quartale belasten", erklärte Konzernchef Ben Smith.
Vor diesem Hintergrund senkt Air France-KLM ihre Kapazitätsziele für 2026. Das Flugangebot im Netzwerk soll auf Langstrecke nun um zwei bis vier Prozent wachsen, zuvor waren circa vier Prozent geplant. Auf Kurz- und Mittelstrecke bleibt das Angebot stabil.
Der Billigflieger Transavia peilt weiterhin ein Wachstum von acht bis zehn Prozent an. Insgesamt wächst die Gruppe damit um zwei bis vier Prozent statt der ursprünglich geplanten drei bis fünf Prozent. Der Bernstein-Analyst Alex Irving bewertete die Anpassung positiv: Sie spiegele "ein anhaltend starkes Ertragsumfeld und eine hohe Reisenachfrage" wider.
Air France dreht ins Plus, KLM verlustreich
Innerhalb des Konzerns entwickelten sich die Einzelgesellschaften unterschiedlich. Air France erzielte im ersten Quartal ein positives operatives Ergebnis von elf Millionen Euro – eine Verbesserung von 193 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz der französischen Airline stieg um 5,1 Prozent auf 4567 Milliarden Euro. Ab Sommer 2026 bündelt Air France alle Pariser Operationen am Flughafen Paris-Charles de Gaulle; der Flughafen Orly wird vollständig an Transavia übergeben.
KLM verzeichnete einen operativen Verlust von 114 Millionen Euro, verbesserte sich aber um 84 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der niederländischen Airline legte um 1,4 Prozent auf 2987 Milliarden Euro zu. Das Schneechaos in Amsterdam im Januar belastete das Konzernergebnis mit rund 90 Millionen Euro, wovon der Großteil auf KLM und Transavia Netherlands entfiel. KLM konnte die schwierigen ersten Wochen des Quartals in Februar und März durch höhere Erträge im Passagiergeschäft ausgleichen.
Transavia mit starkem Wachstum, Orly-Übernahme verzerrt Zahlen
Transavia wuchs im ersten Quartal deutlich: Die Kapazität erhöhte sich um 13,3 Prozent, die Passagierzahl stieg um elf Prozent auf 5077 Millionen. Der Umsatz legte um 8,6 Prozent auf 571 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis lag saisontypisch bei minus 232 Millionen Euro, was einer Verschlechterung von 27 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die Übernahme der Air-France-Operationen in Orly belastete die Zahlen vorübergehend. Transavia strich zudem alle Flüge nach Israel, Libanon und Saudi-Arabien und verzeichnete negative Buchungstrends in angrenzende Länder wie Ägypten, Zypern und die Türkei.
Das Wartungsgeschäft erzielte einen operativen Gewinn von 57 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,39 Milliarden Euro. Die Drittkundenerlöse stiegen dabei um 3,1 Prozent auf 609 Millionen Euro. Das Vielfliegerprogramm Flying Blue verbesserte die operative Marge auf 30,2 Prozent, getrieben durch einen neuen Amex-Vertrag.
Asien boomt, Langstrecke schwächelt
Nach Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar hatten zunächst mehr Reisende Flüge nach Asien bei europäischen Fluggesellschaften gebucht, da Golfcarrier ihren Betrieb aus Sicherheitsgründen weitgehend einstellten. Air France und KLM konnten auf Asien-Routen zusätzliche Kapazitäten aufbauen. Die Auslastung auf den Asien- und Nahost-Strecken stieg um 1,7 Punkte, der Yield um 8,1 Prozent.
Nun halten sich Verbraucher wegen steigender Ticketpreise zurück – vor allem auf Langstrecken. Die Nachfrage nach europäischen Urlaubszielen wie Italien und Spanien bleibt hingegen intakt.
Auch andere europäische Reise- und Luftfahrtkonzerne spüren den Kerosinschock: Easyjet und Tui haben ihre Jahresprognosen bereits gesenkt. Die Lufthansa strich 20.000 Kurzstreckenflüge, was einem Prozent des Sommerangebots entspricht. Die Air France-KLM-Aktie legte in den ersten Handelsminuten nach Veröffentlichung der Zahlen um 1,8 Prozent zu.