Air Baltic bereitet einen Stellenabbau vor, von dem etwa 500 bis 700 Stellen an den Basen in Riga, Vilnius und Tallinn betroffen sein könnten. Die endgültige Zahl der Entlassungen könne sich im Verlauf des Prozesses noch ändern, teilte die lettische Fluggesellschaft mit.
Die Airline teilte außerdem mit, sie spreche mit den Gewerkschaften über mögliche Regelungen mit reduziertem Arbeitsumfang für Piloten und Kabinenpersonal. Die neuen Organisationsstrukturen für den übrigen Teil des Unternehmens würden bis Mitte Oktober festgelegt.
Derzeit finde "reines Union Busting" statt, sagte Dace Kavasa, Vorsitzende der lettischen Luftfahrtgewerkschaft, nachdem die Unternehmensführung einen Vorschlag für eine Teilzeitarbeit der Beschäftigten im Umfang von 85 Prozent verurteilt habe. Von den 500 bis 700 Personen habe die Gewerkschaft sechs Minuten vor Beginn der Mitarbeiterversammlung erfahren, bei der das Management dies vorgestellt habe. Gespräche würden zudem erst am 15. Oktober beginnen, fügte Kavasa hinzu.
Air Baltic hatte im September in New York Gläubigerschutz nach "Chapter 11" beantragt. Ziel ist ein umfassender Umbau, der die wachsende Schuldenlast über geringere Kapazitäten und eine kleinere Flotte senken soll. Ebenfalls im September erhielt die Airline die Genehmigung, auf 140 Millionen Euro aus einem Finanzierungspaket von insgesamt 350 Millionen Euro zuzugreifen.
Vorstandsvorsitzender Erno Hildén hatte bereits im September erklärt, die Airline stehe mit den Gewerkschaften in Gesprächen über eine Anpassung der Belegschaft.