Air Baltic verhandelt mit ihren Gewerkschaften über einen Stellenabbau. Vorstandsvorsitzender Erno Hildén sagte, die Airline führe derzeit die Konsultationen mit den Gewerkschaften durch. Der Schritt folgt auf die Ankündigung der lettischen Fluggesellschaft, freiwillig ein Verfahren nach "Chapter 11" des US-Insolvenzrechts einzuleiten.
Angesichts der geplanten Kapazitätsreduzierung sei eine Anpassung der Belegschaft eine "natürliche Konsequenz", sagte Hildén. Konkrete Zahlen nannte er nicht. "Wenn all das abgeschlossen ist, dann wird es Zeit, wirklich mit Zahlen zu kommen", sagte er.
Air Baltic hatte am Montag in New York einen Antrag auf Gläubigerschutz nach "Chapter 11" gestellt. Die Fluggesellschaft will damit ihre Schulden umstrukturieren, Gläubiger auf Abstand halten und eine sich verschärfende Branchenkrise überstehen, die durch den Krieg im Iran ausgelöst wurde.
Hildén war zuvor Finanzvorstand der skandinavischen Fluggesellschaft SAS und hatte diese durch ein ähnliches Insolvenzverfahren geführt. Er kündigte an, der laufende Betrieb von Air Baltic werde während des "Chapter 11"-Verfahrens nicht unterbrochen und bleibe unverändert.
Wet-Lease-Geschäft im Fokus
Die größten Veränderungen beträfen laut Hildén das sogenannte Wet-Lease-Geschäft der Fluggesellschaft. In diesem Bereich vermietet Air Baltic Flugzeuge samt Besatzung gegen Gebühr an andere Fluggesellschaften.
Die Vorsitzende der lettischen Luftfahrtgewerkschaft, Dace Kavasa, sagte, es liefen Gespräche über "alternative Beschäftigungslösungen". Dazu zähle etwa die Möglichkeit, einige Beschäftigte in Teilzeit weiterzubeschäftigen. Wie viele Stellen letztlich wegfallen sollen, sei noch offen.
"Die Konsultationen zum Kollektiv-Stellenabbau laufen. Es gibt noch viele offene Fragen. Es gibt weiterhin recht ernsthafte Meinungsverschiedenheiten über die Objektivität einiger vorgeschlagener Kriterien", sagte Kavasa. Sie hoffe, dass es bis zum Ende der Woche zu konstruktiven Entscheidungen komme.