Die niederländische Ambitious Air Mobility Group (AAMG) sichert die Zukunft des Lilium-Projekts am Flughafen Oberpfaffenhofen. Das Konsortium und seine Partner haben wesentliche Anlagen an dem bayerischen Standort angemietet, an dem der insolvente deutsche Flugtaxi-Hersteller Lilium ansässig war.
Gleichzeitig streibt AAMG die Übernahme der Vermögenswerte von Lilium an. Das Konsortium will die Flugzeugentwicklung fortsetzen und Schlüsselpersonal weiter beschäftigen.
"Wir positionieren uns im Zentrum des europäischen Innovationsnetzwerks der Luft- und Raumfahrt", sagte Robert Kamp, Chef von AAMG, laut Pressemitteilung. "Mit dieser Infrastruktur können wir auf den hier bereits erzielten beeindruckenden Ingenieursleistungen aufbauen."
Der Standort Oberpfaffenhofen soll als Basis für den technischen Betrieb und die Arbeit der Ingenieurteams dienen. Zudem ist er für gemeinsame Projekte mit europäischen Partnern vorgesehen. Die Anlagen umfassen auch einen Vertiport mit gepufferten Energiesystemen für Fluggeräte und den Bodenbetrieb.
AAMG plant europäische Lieferkette
AAMG plant in diesem Rahmen ebenfalls den Erwerb des geistigen Eigentums und der Testanlagen sowie die Weiterbeschäftigung technischer Teams. Eine europäische Lieferkette soll aufgebaut werden. Das Konsortium verfügt über 250 Millionen Euro Eigenkapital und hat Zugang zu weiteren 500 Millionen Euro für europäische Expansion.
Lilium hatte im Februar erneut Insolvenz angemeldet, nachdem versprochene 150 Millionen Euro ausblieben. Das Unternehmen konnte in der Folge Gehälter nicht mehr zahlen und entließ Mitarbeiter. Bereits zwischen Oktober und Dezember 2024 hatte ein vorläufiges Insolvenzverfahren stattgefunden.
Die AAMG hatte vor der Insolvenz 16 Lilium-Jets bestellt und arbeitet seit 2023 mit dem bayerischen Unternehmen zusammen. Kamp bezeichnete die bayerische Entwicklung als "bahnbrechend und technisch machbar".
Durch den Verbleib am Standort Oberpfaffenhofen sollen bestehende Kompetenzen erhalten, hochqualifizierte Arbeitsplätze gesichert und das etablierte Zulieferernetzwerk der Region genutzt werden.