Der Ferienflieger Tuifly hat Spekulationen über seinen möglichen Verkauf an den Billigflieger Easyjet klar zurückgewiesen. "Eine Kooperation oder ein Einstieg" von Easyjet sei "weder in Vorbereitung noch wird dies angestrebt", stellten der Tuifly-Aufsichtsratschef Henrik Homann und Tuifly-Geschäftsführer Jochen Büntgen jetzt in einem Brief an die Mitarbeiter klar.
Ein entsprechender Bericht des "Manager Magazins" treffe nicht zu, hieß es. Auch Spekulationen, dass Tuifly gemeinsam mit Lufthansa die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki übernehmen werde, seien falsch.
Air Berlin: "Äußern uns nicht zu Branchengerüchten"
Nach Informationen von airliners.de soll sich hingegen Niki um einen Einstieg bei Tuifly bemühen. Air Berlin teilte auf Nachfrage mit, dass sich das Unternehmen zu Branchengerüchten grundsätzlich nicht äußere. Tuifly fliegt seit dem Winterflugplan 2009/10 mit 14 Maschinen inklusive Tuifly-Crew im Rahmen eines langfristigen Wetleasing-Vertrags für Air Berlin.
Letztere will sich Medienberichten zufolge von ihrem dezentralen Streckennetz trennen und würde dann weniger Flugzeuge benötigen. Die Lufthansa Group könne bis zu 40 Air-Berlin-Maschinen inklusive Crew übernehmen und schon bald für Eurowings starten lassen, hieß es.
Mit Blick auf die seit Jahren kriselnde Air Berlin räumte Tuifly Gespräche sowohl mit dem Unternehmen selbst als auch anderen Airlines und Partnern ein. "Wir müssen unsere wirtschaftlichen Interessen aus dem Air-Berlin-Vertrag wahren und vorbereitet sein, dass der heutige Air-Berlin-Anteil unseres Flugprogramms in Deutschland gesichert ist", schreiben Homann und Büntgen. Dies sei wichtig "auch für den Fall, dass sich die Lage bei Air Berlin weiter verschlechtert".
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Das "Manager Magazin" hatte berichtet, dass eine Beteiligung der Briten an der deutschen Flugtochter des weltgrößten Reisekonzerns Tui kurz bevor stehe. Easyjet wolle bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU sein Fluggeschäft in Kontinentaleuropa rechtlich absichern. Dafür bräuchte die Airline einen Flugbetrieb innerhalb der Europäischen Union.
Easyjet-Chefin Carolyn McCall hatte noch vor wenigen Monaten betont, dass ihr Unternehmen an einer Übernahme anderer Fluggesellschaften nicht interessiert sei. Dann jedoch kam die Brexit-Entscheidung der Briten. Dies dürfte die Managerin umgestimmt haben, mutmaßt die Zeitschrift.
Tuifly betreibt 41 Flugzeuge vom Typ Boeing 737. Die Tuifly GmbH ist im Sommer 2007 aus der Zusammenführung von Hapag-Lloyd-Express und Hapagfly hervorgegangen. Die Airline ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Tui Group, die ihren Sitz in Hannover hat.