Die niederländische Verkehrsministerin Wilma Jaqueline Mansveld hat die Flugrechte von Etihad, Emirates und Qatar Airways beschränkt. Das betrifft Strecken zwischen deren Drehscheiben Dubai, Abu Dhabi sowie Doha nach Amsterdam Schiphol. "Es gibt keinen Bedarf für die derzeit hohe Anzahl von Flügen dieser Gesellschaften von und nach Schiphol", begründete sie ihre Verfügung gegenüber der örtlichen Wirtschaftszeitung "Financieele Dagblad".
So fliegt Emirates zum Beispiel zweimal täglich mit Großraumgerät nach Schiphol. Laut Mansveld sollen diese Flüge auf jeweils einen pro Tag beschränkt werden. Die Politikerin fügte hinzu, dass sie gemeinsam mit ihren Ressortkollegen aus den anderen EU-Mitgliedsländern einen deutlich strikteren Kurs in Sachen Verkehrsrechte gegenüber den drei stattlichen arabischen Linien fahren werde.
Die EU-Kommission untersucht auf Initiative von Air France-KLM und der Lufthansa derzeit Vorwürfe gegen die drei genannten Gesellschaften, wonach diese massive Staatssubventionen erhielten und dadurch permanent gegen faire Wettbewerbsregeln im Luftverkehr zu Lasten kommerzieller europäischer Fluglinien verstießen.
Ähnliche Vorwürfe kommen aus den USA
Vergleichbare Beschuldigungen hatten kürzlich die drei großen US-Linien Delta, American und United vorgebracht, die von unerlaubten Staatssubventionen für die Golf-Airlines in Höhe von 42 Milliarden US-Dollar zwischen 2004 und 2014 sprachen. Sie fordern von der amerikanischen Regierung eine Revision der Open-Skies-Regelung, der den arabischen Linien bisher praktisch unbeschränkten Zugang zum US-Passagier- und Cargomarkt garantiert. In Deutschland hatte die Bundesregierung erst kürzlich weitere Landerechte für Golf-Airlines abgelehnt.
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Unterdessen hat die europäische Vereinigung der Verlader European Shippers' Council (ESC) auf die Beschneidung der Verkehrsrechte der drei Golf-Linien durch den Haag reagiert. Der für Luftfahrtfragen des Verbandes zuständige Joost van Doesburg bezeichnete den Schritt Mansvelds als "protektionistisch" und "unangemessen".
Im Namen seiner Organisation verlangte er, dass für Frachtflüge eine Ausnahme von der künftigen Kontingentierung der Start- und Landerechte gemacht wird. Sollte dies nicht erfolgen, würde es zu einem Abwandern der lokalen Fracht nach Brüssel, Frankfurt oder Luxemburg kommen, warnte van Doesburg. Dies könne nicht im Interesse der niederländischen Wirtschaft und speziell des Flughafens Schiphol sein, so der Funktionär.
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Die ECS erinnerte zugleich daran, dass die Anzahl der Vollfrachter in Schiphol ohnehin zurückgehe, da die Air France-KLM-Martinair beschlossen hätte, fünf dort stationierte MD-11F aus dem Verkehr zu ziehen. In seiner Stellungnahme warf van Doesburg der niederländischen Politik außerdem vor, die Entscheidung zur Beschneidung der Flugrechte von Golf-Airlines bereits vor dem Ergebnis von laufenden Untersuchungen der EU-Kommission zu diesem konfliktreichen Thema gemacht zu haben.