Entscheidung über dritte Piste in München kommt frühestens 2018

27.07.2017 - 17:10 0 Kommentare

Was ist mit der umstrittenen dritten Start- und Landebahn am Flughafen München? Gibt es einen neuen Bürgerentscheid? Nach einer Aufsichtsratssitzung ist klar: Die Entscheidung verzögert sich.

Der Airport München hält die dritte Start- und Landebahn für notwendig. Foto: © Flughafen München

Eigentlich sollte die Entscheidung bereits im Frühjahr gefallen sein. Jetzt ist klar: Ob es einen neuen Bürgerentscheid in Sachen dritte Start- und Landebahn am Airport München geben wird, entscheidet sich frühestens im kommenden Jahr. Das hat der Aufsichtsrat der Münchner Flughafen GmbH nun bei einer Sondersitzung verabredet.

Bei dem Treffen hatte Bayerns Finanzminister und Aufsichtsratschef Markus Söder (CSU) aktuelle Zahlen und Prognosen zur Auslastung des Airports vorgelegt. "Unsere Faktenbasis wird von allen Beteiligten akzeptiert", sagte Söder nach der Sitzung der Deutschen Presse-Agentur.

Vor knapp einem Monat hatte Söder seine Prognosen für den Flughafen auch im Kabinett vorgelegt: Wie schon 2016 wird demnach auch für 2017 ein Anstieg bei Flugbewegungen und Passagierzahlen erwartet. 2016 war die Zahl der Passagiere um mehr als drei Prozent gestiegen, die Flugbewegungen um fast vier Prozent. Für 2017 geht Söder in beiden Bereichen von einem Plus von knapp vier Prozent aus.

Stadt München will "Praxistest"

Während der Freistaat Bayern und der Bund den Bau weiter für notwendig hielten, wolle die Landeshauptstadt München bis zu ihrer Entscheidung noch "ein Stück weit abwarten" und die vorgelegten Zahlen zunächst noch einem "Praxistest" unterziehen, so Söder. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) habe aber deutlich gemacht, dass die Stadt generell offen sei für den Weg eines neuen Bürgerentscheides. "Darüber werden wir dann Anfang 2018 im Aufsichtsrat beraten."

Söder vertritt als Chef des Aufsichtsrates den Freistaat in der Flughafengesellschaft. Bayern ist mit 51 Prozent der größte Anteilseigner, die Bundesrepublik Deutschland hält 26 Prozent und die Landeshauptstadt München 23 Prozent.

Der Airport kann die 1,6 Milliarden Euro teure Piste selbst bezahlen, die Baugenehmigung liegt vor, Gerichte haben alle Klagen abgewiesen, aber die Politik zögert. Im Landtag sind Freie Wähler und Grüne gegen die neue Start- und Landebahn, in Erding und Freising alle Parteien. Aber es ist die Stadt München als kleinster Anteilseigner, die den Bau bisher blockiert.

© FMG, Lesen Sie auch: Diese Faktoren prägen die Pisten-Diskussion in München Hintergrund

Von: ch, dpa
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