Das Winterwetter mit Schnee, Regen und Glatteis in weiten Teilen Deutschlands hat zunächst keine größeren Auswirkungen auf den Betrieb an den deutschen Flughäfen. Wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport mitteilte, gibt es am Freitagmorgen am größten deutschen Airport keine Einschränkungen bei Starts und Landungen.
Die Wetterlage werde im Tagesverlauf weiter sorgfältig beobachtet, vor allem mit Blick auf den Wind. "Wir werden situativ entscheiden, wie es weitergeht", sagte die Sprecherin. Für heute werden in Frankfurt rund 1100 Starts und Landungen mit insgesamt 146.000 Fluggästen erwartet.
Sky Line zwischen Terminals ausgefallen
Der Betrieb der Sky-Line-Bahn wurde "aufgrund von Glätte bildung" eingestellt. Zwischen den Terminals verkehrt ein Busersatzverkehr. Der Betreiber bat wegen der Wetterlage alle Passagiere vorsorglich, sich am Freitag und Samstag drei Stunden vor Abflug im Terminal einzufinden und vor der Anreise den Flugstatus zu überprüfen.
Am Donnerstag mussten wegen des Winterwetters am größten deutschen Flughafen rund 200 Mal Flugzeuge enteist werden. 25 Enteisungsfahrzeuge waren im Einsatz – "ruhiger Winterbetrieb", wie Fraport mitteilte.
Hamburg und Hannover mit Ausfällen
Am Hamburger Flughafen ist der Flugbetrieb trotz des Sturmtiefs "Elli" wie geplant angelaufen. Das Winterwetter zeigt langsam einige Auswirkungen auf den Flugplan. Inzwischen seien 25 Starts und 22 Landungen abgesagt worden, teilte der Flughafen auf seiner Internetseite mit. Am Morgen war noch von 18 Starts und 19 Landungen die Rede.
"Aufgrund der anhaltenden Extremwetterlage kommt es zu Beeinträchtigungen im Luftverkehr, nicht nur in Hamburg, sondern auch an wichtigen Luftfahrt-Drehkreuzen wie Amsterdam oder Paris. Es gibt Verzögerungen, die Airlines haben zurzeit einzelne Flüge gestrichen", sagte eine Flughafen-Sprecherin.
Das Winterdienstteam sei wie in den vergangenen Tagen ununterbrochen im Einsatz. "Die Pisten und Betriebsflächen müssen geräumt und jedes Flugzeug vor dem Start aufwendig enteist werden."
Am Flughafen Hannover kommt es wegen des starken Schneefalls durch das Sturmtief "Elli" vermehrt zu Flugausfällen. "Wir hatten heute Morgen drei gestrichene Abflüge. Für den Rest des Vormittags sind noch zwei weitere Abflüge gestrichen", sagte eine Sprecherin am Freitagvormittag. "Die abfliegenden Maschinen heute Morgen hatten alle leichten Verspätungen" von rund 30 bis 60 Minuten. Der Flugverkehr laufe aber noch. "Der Winterdienst ist seit den frühen Morgenstunden kontinuierlich im Einsatz, um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten."
Die S-Bahn Hannover hatte zuvor bereits den Verkehr eingestellt, ebenso die Deutsche Bahn den Fernverkehr im Norden. Der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover sei bis mindestens Freitagmittag eingestellt, teilte die Deutsche Bahn mit. "Damit ist eines unserer wichtigsten Drehkreuze betroffen und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich." Dies sei notwendig, um Fahrgäste, Beschäftigte und Fahrzeuge zu schützen.
Normalbetrieb in Berlin und Bremen
Am Flughafen Berlin-Brandenburg läuft der Flugverkehr trotz des angekündigten Schneefalls bisher normal. "Wir haben kompletten Normalbetrieb", sagte ein Sprecher des Flughafens am Morgen. Zwar gebe es vereinzelt Flugabsagen, diese könnten aber mit den Bedingungen an Zielflughäfen zu tun haben.
Die Wetterlage stelle sich bislang "deutlich entspannter als ursprünglich angekündigt" dar. Zunächst hatte der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung wegen Schneeverwehungen herausgegeben, diese aber am Morgen für Berlin zurückgenommen.
Auf den Flugverkehr in Bremen hat das Winterwetter bisher kaum Auswirkungen. Am Bremer Flughafen war am Morgen lediglich ein Flug nach Amsterdam ausgefallen.
Wetterdienst warnt vor Schneeverwehungen
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor spiegelglatten und verschneiten Straßen in etlichen Regionen. Für weite Teile Deutschlands, vor allem für den Norden und die Mittelgebirge, gelten Unwetterwarnungen des Wetterdienstes. Das Winterwetter hatte in der Vergangenheit mehrfach für Beeinträchtigungen im Flugverkehr gesorgt.
Von der Nordsee bis in den Osten können verbreitet um die zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen.
Flugreisende wurden aufgefordert, sich vor Abflug bei ihrer Airline über den Status des Fluges zu informieren.