Wien gibt Pläne für dritte Piste auf, © Flughafen Wien AG
Dritte Piste am Flughafen Wien. © Flughafen Wien AG
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Der Flughafen Wien gibt seine Pläne für den Bau einer dritten Start- und Landebahn auf. Der Vorstand habe nach eingehender Analyse aller relevanten Entscheidungsfaktoren beschlossen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit.

Ungeachtet des Projektstopps könne der Flughafen mit den geplanten Terminal-Ausbauten und dem bestehenden Zwei-Pisten-System künftig bis zu 52 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Zuletzt waren es gut 31,7 Millionen Passagiere.

Der Vorstand des Flughafens Wien, Julian Jäger, hat den Stopp für das Milliardenprojekt einer dritten Start- und Landebahn mit fehlender Wirtschaftlichkeit begründet. "Wir sind eine börsennotierte Aktiengesellschaft, verdienen wir diese zwei Milliarden Investition rein? Und der klare Schluss war, nein, das ist nicht möglich, weil wir eben auch im Zwei-Pisten-System wachsen können", sagte Jäger am Mittwoch im ORF-Radio. Die über Jahrzehnte in das Projekt geflossenen Investitionen bezifferte der Manager auf rund 90 Millionen Euro.

Die Entscheidung gegen den Bau der Piste führt den Angaben zufolge in der Bilanz zu negativen Wertberichtigungen von knapp 56 Millionen Euro. Dabei gehe es um Zahlungen aus dem Mediationsvertrag an den Umweltfonds und an Anrainergemeinden aus den Jahren 2018 bis 2020, die auf das Pistenprojekt aktiviert wurden

Baukosten auf zwei Milliarden gestiegen

"Neben den auf rund zwei Milliarden massiv gestiegenen prognostizierten Baukosten haben sich auch die Rahmenbedingungen infolge der überlangen Verfahrensdauer grundlegend geändert", erklärte Jäger laut Pressemiteilung: "So wurden im Jahr 2005 pro Flugbewegung 71 Passagiere befördert, 2024 waren es durch den Einsatz größerer Flugzeuge bereits 139 Passagiere, was den Druck auf die Pistenkapazität mildert."

Mit ausschlaggebend für die Entscheidung sei auch gewesen, dass die größten Airline-Kunden am Standort dem Projekt negativ gegenüberstünden und ohne Refinanzierung durch höhere Tarife die wirtschaftliche Basis der Investition nicht darstellbar sei.

Ein weiterer Entscheidungsgrund sei die nach 17 Monaten immer noch offene Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes. Dabei ging es um eine abändernde Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Verfahren um die Bauzeitverlängerung.

Mit der Entscheidung werde aber nicht ausgeschlossen, dass bei Bedarf in fernerer Zukunft nach einem neuen Genehmigungsverfahren ein Pistenprojekt verfolgt werde, hieß es weiter.

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