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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Es ist wie immer: Alle die nicht rein dürfen phantasieren über wer-weiß-was-für-Luxus, der sich dem Privilegierten vermutlich hinter den undurchdringlichen Türen bietet. Wer hingegen dreimal die Woche Stunden etwa in Frankfurt in der Lufthansa-Lounge im Schengen-Terminal A mit ihrem Charme einer Bahnhofsgaststätte verbringen muss, wünscht sich eher ganz weit weg.

Letzten Samstag abend war ich ganz weit weg - ich wartete in Kigali, der Hauptstadt Ruandas, auf meinen verspäteten Nachtflug nach Brüssel. Flughäfen tief in Afrika sind gemeinhin die benutzerunfreundlichsten Bauwerke auf dem Planeten: Notorisch überfüllt, mit schikanösen Kontrollen und nicht einmal einem Minimum an Komfort ausgestattet, also zum Beispiel sauberen Toiletten oder funktionierenden Klimaanlagen.

Umso wichtiger sind gerade an solch ungastlichen Orten Lounges, in denen Vielflieger Zuflucht finden und unter einigermaßen entspannten Bedingungen der Dinge harren können, sprich dem ersehnten Zeitpunkt, an dem sie den Flughafen endlich unter sich zurücklassen.

Flughafen-Restaurant im Abflugbereich und Lounge sind in Kigali ein und dasselbe. Wer als privilegierter Reisender einen Gutschein vorweist, darf sich hier gratis hinsetzen und verpflegen, andere müssen in harten Dollars für karge Kulinarik zahlen. Man zeigt mir ein abgegessenes Buffet, dessen Reste von warmen Gerichten auf Wunsch in der Mikrowelle erhitzt werden. Dafür gibt es zehn Biersorten der ganzen Region im Angebot, ich entscheide mich wegen des schönen Etiketts eines Elefanten mit mächtigen Stoßzähnen für ein „Tusker“ aus Uganda.

Über dem im Halbdunkel vegetierenden Raum flackern einige Neonlampen. Eine davon ist schadhaft und schnarrt so laut, dass sich der enervierende Störlaut über alle Gespräche legt. Dafür gibt es reichlich WLAN-Kanäle, und wer weiß, welcher der richtige ist, kann hier kostenlos im Netz surfen. Was will man mehr?

Nur als mir am Ende eine Rechnung über zehn Dollar für zwei Fleischbällchen und drei Samosas präsentiert wird, bin ich sauer. Erst der Stationsleiter von Brussels Airlines kann das Personal von seinem Irrtum überzeugen und mich von der Zahlungsaufforderung befreien.

Zu Fuß latscht die Karawane der Passagiere anschließend einen gefühlten Kilometer über das leere Vorfeld, um endlich die A330 nach Europa zu besteigen. Am nächsten Morgen ein kurzer Tee zum Wachwerden in der Lounge von Brüssel, wo es –typisch!- nur fettige Croissants oder in Plastikfolie verschweißtes Gebäck als „Frühstück“ gibt. Aber nun geht es ja weiter nach Frankfurt, wo plötzlich die Aussicht auf die „Bahnhofsgaststätte“ der Lufthansa einen eigenartigen Reiz entfaltet.

Da lohnt sich der weiteste Weg – denn ich komme grundsätzlich an Gates an und fliege von welchen ab, die mindestens einen halben Kilometer Fußmarsch mit schwerem Handgepäck vom rettenden Vielflieger-Wohnzimmer entfernt liegen. Verschwitzt erreiche ich das Einlasspult und schwenke routiniert meine Vielflieger-Karte. „Bitte wieder raus und zweimal rechts gehen, wir bauen um“, bescheidet mich eine resolute Dame.

Noch vom Nachtflug benebelt verstehe ich gar nichts. Dann finde ich mich vor einer Stellwand wie im Großraumbüro wieder. Nach erneutem Vorzeigen meiner Karte werde ich in einen Verschlag vorgelassen, der düster und eng wirkt. Es gibt Stehtische wie in einem Imbiss, eine Theke mit Bedienung und sechs Plastikstühle – trostlos. Das soll jetzt übergangsweise die Lufthansa-Lounge sein?

Zum Glück ist es Sonntag morgen und daher nicht voll. Piktogramme erklären, dass man sich hier eine Papiertüte mit Snacks nach Wahl zusammenstellen soll um dann wieder rauszugehen, sich ein lauschigeres Plätzchen zum Warten zu suchen. Immerhin ist die Brezel knusprig, aber sonst fühlt man sich hier wie in einer Abstellkammer. „Am 9. November macht unsere renovierte Lounge auf“, ruft mir die Dame am Einlass hinterher, als ich das Weite suche. Was sich dann gegenüber vorher verbessern soll, weiß sie aber auf Nachfrage nicht zu berichten.

Am nötigsten wäre sicher eine Vergrößerung, um die notorische Überfüllung zu Spitzenzeiten zu mildern, aber daran ist im Terminal A nicht zu denken. Und auch gratis WLAN-Nutzung ist und bleibt vermutlich in Lufthansa-Lounges ein Fremdwort. Irgendwie hat das Warten in Kigali ja auch seine Vorzüge, erkenne ich plötzlich, und ja, eigentlich waren die Fleischbällchen und Samosas da doch auch ganz lecker.

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