Der Flughafen Catania auf Sizilien bleibt wegen des andauernden Ätna-Ausbruchs für Ankünfte gesperrt. Wie der Flughafenbetreiber SAC in der Nacht zum Freitag mitteilte, sind bis Samstag, 2:00 Uhr, keine Landungen möglich. Reisende sollten sich vor der Fahrt zum Flughafen bei ihrer Fluggesellschaft nach dem Status ihres Flugs erkundigen.
Der Flugbetrieb am fünftgrößten Flughafen Italiens hängt von der Vulkanaktivität, der Windrichtung und der Aschekonzentration in der Luft ab. SAC hatte die Sperrung für Ankünfte bereits am Donnerstag bis Freitag, 8:00 Uhr, verlängert und dehnte sie in der Nacht zum Freitag bis Samstag, 2:00 Uhr, aus. Für Abflüge gibt es keine entsprechende Sperrung.
Hunderte Flüge fielen aus
Seit Beginn des Ausbruchs vor rund einer Woche wurden nach Angaben von SAC Hunderte Flüge gestrichen, verspätet oder umgeleitet. Zwischen dem 6. und 12. August fielen rund 36 Prozent der für Catania geplanten Flüge aus. Der Betreiber bezeichnete die Folgen für die Flughafeninfrastruktur als die schwersten der vergangenen 20 Jahre.
Zuletzt hatte sich die Lage am Flughafen etwas beruhigt, zahlreiche Flüge starteten von anderen Airports auf der Insel. Die wirtschaftlichen Folgen der vergangenen Woche für den Tourismus sind aber bereits spürbar: Der Handelsverband Assoesercenti schätzt den Schaden durch Flugausfälle und Behinderungen auf rund zwölf bis 24 Millionen Euro. Der Vulkan zieht zugleich weiterhin viele Touristen an. Bergführer berichten von großer Nachfrage nach Touren zu den derzeit fließenden Lavaströmen.
Vulkanaktivität leicht rückläufig
Stefano Branca vom Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) sagte, die eruptive Aktivität sei zuletzt leicht rückläufig gewesen. Wann der Ausbruch ende, lasse sich nicht vorhersagen. "Die einzige Gewissheit ist, dass es keine Gewissheiten gibt", sagte Branca. Der aktuelle Ausbruch sei vergleichsweise klein. Für den Flughafen sei vor allem die Windrichtung entscheidend, weil sie die Vulkanasche in Richtung Catania trage.
Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan, Ausbrüche kommen regelmäßig vor. Nach Einschätzung von Branca ist die aktuelle Eruption an sich nichts Ungewöhnliches. Wegen der Windverhältnisse ist der südlich des Vulkans liegende Flughafen von Catania aber besonders stark von der Asche betroffen. Die Behörden beobachten die Entwicklung, Einschränkungen im Flugbetrieb kommen meist kurzfristig. Der Betreiber SAC hatte im Mai den Verkauf eines Anteils von mindestens 51 Prozent eingeleitet.