Für Urlauber auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien bleibt der Flugverkehr am Flughafen von Catania eingeschränkt. Wegen der Vulkanasche des Ätna sind dort keine Starts und Landungen möglich.
Der Airport bleibt nach jüngsten Angaben des Betreibers mindestens bis Freitag um 2:00 Uhr dicht. Ob der Flugbetrieb danach wieder aufgenommen werden kann, ist offen. Urlauber hoffen jedenfalls auf Rückkehr zum regulären Flugbetrieb.
Seit mehreren Tagen beeinträchtigt der jüngste Ausbruch von Europas aktivstem Vulkan den Flugverkehr auf Sizilien. Hunderte Verbindungen wurden gestrichen, verspätet oder umgeleitet. Die Sperre in Catania wurde in den vergangenen Tagen mehrfach verlängert. Erst am Mittwochnachmittag hatte der Flughafenbetreiber mitgeteilt, dass der Airport bis Donnerstag um 16:00 Uhr geschlossen bleiben soll. Dann die abermalige Verlängerung.
Bis Dienstag waren nach Angaben der Behörden rund 700 Flüge betroffen. Etwa 450 wurden ganz gestrichen und rund 250 wurden auf andere Flughäfen auf der Insel verlegt – etwa auf den kleineren Flughafen von Comiso bei Ragusa oder den Airport der Inselhauptstadt Palermo im Norden Siziliens.
Lage am Airport etwas beruhigt
Passagiere sind am Flughafen von Catania zu sehen. © DPA / Davide Anastasi
Vor Ort am Flughafen von Catania hat sich die Lage inzwischen im Vergleich zu den chaotischen Zuständen der vergangenen Tage etwas beruhigt. Viele Passagiere prüfen ihren Flugstatus vor der Anreise zum Airport. Außerdem werden Transfers zu anderen Flughäfen auf der Insel organisiert.
Dennoch bilden sich immer wieder längere Warteschlangen vor Infoschaltern. Einige Menschen übernachten vor Ort und warten auf Informationen. Reisende berichteten von kurzfristigen Benachrichtigungen über die Verlegung des Abflugs nach Palermo, ausgebuchten Zügen und völlig überteuerten Taxipreisen. Mancher Urlauber benötigte mehrere Tage, um Sizilien wieder zu verlassen und mit umständlichen Umstiegen an ihr Reiseziel zu gelangen.
Dauer der Airport-Sperre noch unklar
Wie lange die aktuelle Sperre dauert, hängt von der weiteren Entwicklung der Aschewolke ab. Reisende müssen deshalb auch am Donnerstag mit kurzfristigen Änderungen rechnen. Der Flughafenbetreiber rät den Passagieren, den Status ihres Fluges bei der jeweiligen Fluggesellschaft zu überprüfen.
Ein Ende des Ausbruchs des Vulkans Ätna lässt sich nach Einschätzung eines Experten nicht voraussehen. Für die Mittelmeerinsel Sizilien hat das Folgen für den Tourismus, der Flughafen Catania bleibt geschlossen. "Wir können nicht wissen, wie lange die Aktivität des Ätna andauern wird", sagte Stefano Branca, Direktor der Vulkanabteilung des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV). Zwar lasse sich der Beginn einer Eruption mit Überwachungssystem vorhersagen, nicht aber deren Ende, so Branca.
Nach den Worten von Branca sei die eruptive Aktivität "leicht rückläufig". Doch der Vulkan-Experte merkte auch an: "Die einzige Gewissheit ist, dass es keine Gewissheiten gibt." Die Betreibergesellschaft des Airports und das INGV stehen in engem Kontakt - die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Asche-Konzentration in der Luft über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig.
Das jüngste Reisechaos hat die Debatte über Alternativen zum Flughafen von Catania neu entfacht. Seit Jahren wird über eine stärkere Nutzung anderer Flughäfen diskutiert. Comiso ist dabei eine mögliche Ausweichoption, kann das Verkehrsaufkommen von Catania aber nicht komplett übernehmen.
Verkehrsexperten halten dagegen bessere Verbindungen zwischen den bestehenden Flughäfen auf der Mittelmeerinsel für die effizientere Lösung. Investitionen in Bahnstrecken und Straßen würden demnach helfen, den Verkehr bei einer Sperrung schneller auf andere Flughäfen zu verlagern.
Der Ätna sorgt immer wieder für Einschränkungen am Flughafen von Catania. Erreicht Vulkanasche den Luftraum oder die Start- und Landebahnen, wird der Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen eingeschränkt oder eingestellt. Die aktuelle Aktivität hält inzwischen seit Tagen an. Bereits Anfang Juli rumorte der Ätna, zwischenzeitlich musste schon damals der Flugbetrieb eingestellt werden.