Air India fliegt ab dem Winterflugplan häufiger auf der Strecke Delhi–Frankfurt und auf der Strecke Mumbai–Frankfurt. Das sagte Air-India-Sales-Chef Manish Puri im Gespräch mit airliners.de. Puri leitet bei der Fluggesellschaft als Head of Global Sales den weltweiten Vertrieb.
Ab dem 25. Oktober steigt die Frequenz auf der Strecke Delhi–Frankfurt den Angaben nach von zwölf auf 13 wöchentliche Flüge, auf der Strecke Mumbai–Frankfurt von fünf auf sechs.
Air India setzt zudem bereits ab sofort auf beiden Strecken ausschließlich Boeing 787-9 ein, die über komplett neue Kabinen verfügen. Deutschland sei damit nun der erste europäische Markt, in dem die Fluggesellschaft durchgängig mit ihrem neuen Langstreckenprodukt fliege.
"In den vergangenen vier Jahren lautete unsere Botschaft: Wir verändern uns. In Deutschland können wir jetzt mit Stolz sagen: Wir haben uns verändert", sagte Puri im Gespräch mit airliners.de.
Neu ist nicht nur eine komplett überarbeitete Economy Class und die Business Class. Mit der Premium Economy bietet Air India nun von und nach Deutschland auf allen Flügen eine neue Zwischenklasse an. Ergänzt wird das Kabinen-Produkt zudem um ein modernes Inflight-Entertainment sowie ein erweitertes Catering-Konzept.
Vertrieb zielt verstärkt auf Firmenkunden
Die Investitionen in die neuen Kabinen scheint sich für Air India auszuzahlen. Seit der Einführung des neuen Langstreckenprodukts habe sich die Kundenzufriedennheit deutlich verbessert, so der Vertriebschef.
Der Anteil von Firmenkunden am Indien-Deutschland-Geschäft sei bei Air India binnen eines Jahres von etwa 13 auf 20 Prozent gestiegen, sagte Puri. Air India komme mittlerweile auf einen Marktanteil von 40 Prozent bei Business-Class-Passagieren auf den Strecken Delhi–Frankfurt und Mumbai–Frankfurt.
Puri führte das auch auf gezielte Vertriebsarbeit im Corporate-Segment zurück. Globale Rahmenverträge mit großen deutschen Unternehmen bestünden zum Teil bereits seit vielen Jahren. Genutzt worden seien sie bislang aber kaum, weil das alte Air-India-Produkt aus Kundensicht nicht wettbewerbsfähig gewesen sei. Mit dem neuen Produkt wählten Geschäftsreisende die Fluggesellschaft inzwischen aktiv aus.
Puri sieht zudem speziell in der neuen Premium Economy eine große Nachfrage von und nach Deutschland. Die Klasse sei für diese Zielgruppe ein Zwischenprodukt mit Komfort- und Statusgewinn, das zusätzlich zur Business Class verkauft werden könne, statt sie zu kannibalisieren. Auch bei Firmen mit entsprechenden Reiserichtlinien werde die Zwischenklasse zunehmend gebucht, sagte Puri.
Neue Deutschland-Ziele zunächst auf Eis gelegt
Bislang fliegt Air India in Deutschland nur Frankfurt an. Im Frühjahr hatte die Airline im Gespräch mit airliners.de angekündigt, ihr Deutschland-Streckennetz auszubauen – und dabei speziell Berlin genannt. Der Zeitplan dafür habe sich nun aber verschoben, sagte Puri.
Die Sperrung des iranischen und des pakistanischen Luftraums verlängere die Flugzeiten der Fluggesellschaft nach Europa um 90 bis 120 Minuten pro Strecke, was die Verfügbarkeit von Besatzung und Flugzeugen einschränke. Air India konzentriere sich deshalb zunächst darauf, bestehende Verbindungen wie Frankfurt zu konsolidieren und mit neuem Produkt auszustatten, bevor neue Stationen hinzukämen.