Tui-Chef Sebastian Ebel erwartet für den laufenden Sommer keinen Engpass bei Kerosin als Folge des Iran-Kriegs. "Die Diskussion ist sehr erstaunlich", sagte Ebel am Mittwoch. "Es gibt gar keine Indikation dafür."
Andere Lieferländer seien in die Lücke gesprungen, die durch das Ausbleiben von Öllieferungen aus dem Nahen Osten infolge der Blockade der Schiffsroute am Persischen Golf entstanden sei. Es gebe Lagerbestände, und die gestiegenen Preise hätten die Ölnachfrage zugleich gedämpft. "Wir gehen davon aus, dass wir keinen Engpass haben werden", betonte Ebel.
Tui selbst habe sich gegen einen Preisanstieg bei Kerosin mit Termingeschäften abgesichert – im Sommer gelte das für 85 Prozent des Bedarfs, im Winter für rund 60 Prozent.
Quartalsverlust schrumpft trotz Iran-Belastung
Gleichzeitig präsentierte der Konzern sein Ergebnis für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (Januar bis März 2026). Der bereinigte operative Verlust lag bei 188 Millionen Euro – neun Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und besser als von Analysten erwartet. Diese hatten laut der Datenanbieter LSEG mit einem Minus von 194 Millionen Euro gerechnet.
Eine Boeing 737 von Tui. : Detailreiche Nahaufnahme der vorderen Rumpfpartie einer blau-weißen TUI Boeing 737. Sichtbar sind Cockpitfenster mit Besatzung, die vordere Passagiertür, glänzende Lackreflexe und ein heller, klarer Himmel im Hintergrund. © Amadeus
Den Quartalserlös bezifferte Tui auf rund 3,7 Milliarden Euro, annähernd auf Vorjahresniveau. Im Ergebnis eingerechnet ist eine Belastung von rund 40 Millionen Euro durch den Iran-Krieg, der Flugstreichungen und Schiffsumwege notwendig gemacht hatte.
Im ersten Halbjahr insgesamt verbesserte sich das bereinigte Ebit um 45 Millionen Euro auf minus 111 Millionen Euro. Tui beförderte in diesem Zeitraum 12,8 Millionen Gäste – rund 200.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders das Kreuzfahrtgeschäft entwickelte sich stark: Das bereinigte Ebit des Segments legte im Halbjahr um knapp 26 Prozent auf 163,5 Millionen Euro zu.
Buchungstrends verschieben sich nach Westen
Für die zweite Jahreshälfte registriert Tui nach eigenen Angaben weiterhin kurzfristige Buchungstrends. Zudem verlagert sich die Nachfrage vom östlichen ins westliche Mittelmeer: Spanien, die Balearen, Griechenland und die Kanaren gehören zu den gefragtesten Zielen.
Ebel zeigte sich zuversichtlich: "Die sehr starken Ergebnisse geben uns Zuversicht für die zweite Hälfte des Jahres. Aufgrund geopolitischer Herausforderungen und dynamischer Betriebsbedingungen wird das großes Engagement und Flexibilität erfordern."
Den im April angepassten Jahresausblick bestätigte der Konzern. Damals hatte Tui seine Gewinnprognose nach unten korrigiert und die Umsatzprognose ausgesetzt. Beim bereinigten Ebit rechnet das Unternehmen weiterhin mit 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro – annähernd auf dem Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden Euro.