Tui setzt verstärkt auf eigenfinanzierte Flugzeuge statt auf Leasingverträge. Der Konzern stockte dazu im August eine Anleihe von 250 Millionen auf 295,5 Millionen Euro auf, um Leasing-Kontrakte für Flugzeuge und Schiffe vorzeitig zu beenden, wie das Branchenportal "aero.de" berichtet.
Grund für die Strategie sind günstigere Finanzierungskonditionen über den Kapitalmarkt im Vergleich zu Leasinggesellschaften. Konzernchef Sebastian Ebel hatte die Überlegung bereits im Sommer erläutert: Flugzeuge würden bei starkem Euro gekauft und bei schwachem Euro verkauft. Dies eröffne erhebliches Ertragspotenzial.
Die genaue Anzahl der übernommenen Flugzeuge nennt Tui nicht. Ein Konzernsprecher bestätigte gegenüber "aero.de" lediglich, dass die Praxis seit mehreren Jahren bei Boeing-737-Maschinen angewandt werde, wenn sich Gelegenheiten ergäben. Der überwiegende Teil der Flotte bleibe jedoch geleast.
Die Tui Group betreibt rund 125 Flugzeuge, darunter 104 Maschinen vom Typ Boeing 737. Nahezu jedes zweite Flugzeug dieser Teilflotte ist inzwischen eine Boeing 737 Max 8. Der Konzern hatte bereits in der Vergangenheit Wandelanleihen zur Refinanzierung genutzt.