Der Touristikkonzern Tui hat seine Gewinnprognose für 2026 eingeengt. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro (1,4 bis 1,5 Milliarden US-Dollar) für das laufende Geschäftsjahr, nachdem zuvor eine Spanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden war.
Grund seien spätere Buchungen der Kunden infolge des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Nachfrage für das vierte Quartal sei aber weiterhin stark. Die Tui-Aktie fiel kurz nach Handelsbeginn um 1,7 Prozent.
"Erste Anzeichen für die neue Wintersaison deuten auf eine Fortsetzung des Trends zu späteren Buchungen vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit hin", teilte Tui mit.
Tui hatte bereits im März seine Gewinnprognose gesenkt und die Umsatzprognose ausgesetzt, um auf die Folgen des Ende Februar begonnenen Kriegs gegen den Iran zu reagieren. Der Konzern ist Europas größter Touristikkonzern und betreibt Kreuzfahrtschiffe, Fluggesellschaften und Hotels.
Kostensenkungen und Kerosin-Absicherung
Die Kerosinpreise sind infolge der durch den Krieg ausgelösten Versorgungsstörungen deutlich gestiegen. Fluggesellschaften gelingt es demnach nur schwer, die höheren Kosten an Kunden weiterzugeben, während Reisende bei der Planung zurückhaltender sind.
Tui erklärte, Kostensenkungs- und Effizienzprogramme hätten die Position des Konzerns gestärkt. In einzelnen Fällen habe der Konzern die Zahl der angebotenen Flüge begrenzt. Zudem veröffentlichte Tui Details zur Kerosin-Absicherung, mit der die durch den Preisanstieg verursachten Kosten stabilisiert werden sollen. Die vollständigen Jahreszahlen für 2026 will Tui am 9. Dezember vorlegen.