Topbonus-Insolvenzverfahren eröffnet

Das Insolvenzverfahren des Bonusprogramms Topbonus ist eröffnet. Gläubiger können nun ihre Forderungen anmelden. Bereits "in wenigen Tagen" will Abwickler Otto einen neuen Investor präsentieren.

Eine Karte des Bonusprogramms Topbonus der Fluggesellschaft Air Berlin. © dpa / Sophia Kembowski

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat das Insolvenzverfahren für das ehemalige Air-Berlin-Bonusprogramm Topbonus eröffnet und Christian Otto zum Insolvenzverwalter berufen. Dies geht aus Unterlagen der Kammer hervor. Otto war bereits für das vorläufige Verfahren zum Abwickler bestellt werden.

Christian Otto. Foto: © Kanzlei HWW Hermann Wienberg Wilhelm

In einem Schreiben Ottos an die rund 4,3 Millionen Mitglieder von Topbonus heißt es, man arbeite weiterhin daran, eine möglichst langfristige Lösung zu finden. "Voraussichtlich können wir bereits in wenigen Tagen über eine Lösung mit einem neuen Investor informieren, der das Programm fortführen, neu ausrichten und ausbauen will", so Otto.

Einzelheiten wollte der Berliner Anwalt auf Nachfrage von airliners.de nicht nennen: "Es wurde mit dem Investor vereinbart, dass wir seinen Namen und nähere Angaben erst zu einem späteren Zeitpunkt an die Öffentlichkeit geben." Der Eigentümer in spe beabsichtige, alle 30 Mitarbeiter weiter zu beschäftigen; über die Zukunft von Geschäftsführer Anton Lill hingegen sei noch nicht entschieden.

Forderungen

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurden die Meilenkonten der Mitglieder auf null gesetzt. Jene Prämienmeilen, die das Topbonus-Konto zum Stichtag 1. April aufwies, können ab Freitag bis zum 24. April online als Insolvenzforderung angemeldet werden.

Ein neuer Investor könnte den Gläubigern Hoffnung bringen. Noch könne zwar nicht die Größe der Insolvenzmasse abgeschätzt werden, so Otto, allerdings: "Ein wesentlicher Teil des Vermögens von Topbonus besteht aus immateriellen Werten, die nur dann nennenswerten Wert haben, wenn ein Investor dafür einen Kaufpreis zahlt."

Topbonus-Aktiva nach Air-Berlin-Insolvenz neu berechnet

Nach der Insolvenz von Air Berlin mussten die Aktiva von Topbonus abgewertet werden. Das Bonusprogramm meldete daraufhin Ende August 2017 Insolvenz wegen Überschuldung an. Außerdem hatten zahlreiche Teilnehmer versucht, ihre Meilen einzulösen. Dieser "Run", so Otto, habe dazu geführt, dass Topbonus seine Zahlungsfähigkeit einbüßte.

Umsatz Topbonus
Angaben in Millionen Euro
2013 1.40
2014 2.48
2015 2.22
2016 4.12
2017 3.03

Die Grafik zeigt die Umsatzerlöse von Topbonus jeweils im ersten Halbjahr des ausgewiesenen Geschäftsjahres. Da der Halbjahresbericht 2017 der letzte ist, den Air Berlin veröffentlichte, beziehen sich die Angaben auf den Stichtag 30. Juni. Die Werte sind gerundet.Quelle: Air Berlin

2012 verkaufte Air Berlin die Mehrheitsbeteiligung von Topbonus für 184,4 Millionen Euro an den Golf-Carrier Etihad. Laut Otto hält der Golf-Carrier nach wie vor den größten Teil an dem Programm.

© dpa, Sophia Kembowski Lesen Sie auch: Topbonus-Status von Air Berlin verliert seinen Wert

Von: cs

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