Die Thai Airways hat den Vorstandsvorsitzenden Chai Eamsiri nach dem Betriebs-Chaos infolge der schweren Überschwemmungen in Bangkok von seinen Aufgaben entbunden.
Eamsiri sagte am Freitag, er sei vom Verwaltungsrat der Fluggesellschaft entlassen worden. Die Airline teilte dagegen am Freitagabend in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit, Eamsiri sei suspendiert.
"Sie haben keinen Grund genannt", sagte Eamsiri vor Journalisten mit Blick auf den Verwaltungsrat, der am Freitag zusammengekommen war. "Sie wollen sehen, ob es Lücken gibt ... Fehler bei der geleisteten Arbeit."
Nach Angaben der Airline gilt die Suspendierung bis zum Abschluss einer Untersuchung des Sachverhalts. Zugleich sollen die Verfahren des Krisenmanagements überprüft werden. Kommissarisch übernimmt Verwaltungsratsmitglied Sumrid Sumneing die Führung des Unternehmens.
Flüge gestrichen, Frachtgeschäft ausgesetzt
Die Thai Airways hatte in dieser Woche Dutzende Flüge streichen und ihr Frachtgeschäft aussetzen müssen. Ein Grund dafür war, dass Beschäftigte ihren Arbeitsplatz nicht erreichen konnten, als das Hochwasser Ende September die Stadt traf.
Am Flughafen Suvarnabhumi, dem wichtigsten Flughafen Bangkoks, kam es zudem zu großen Verzögerungen bei der Gepäckabfertigung. Um den Rückstau abzuarbeiten, war die Unterstützung der Luftwaffe nötig.
Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul hatte die Airline am Dienstag öffentlich gerügt. "Wenn sie den Job nicht machen wollen, dann sollen sie zurücktreten", sagte er vor Journalisten.
Bangkok war am Wochenende zum Katastrophengebiet erklärt worden, nachdem innerhalb von drei Tagen 320 Millimeter Regen gefallen waren. Das entspricht der Menge, die in der Stadt üblicherweise im gesamten September fällt.
Seit 1985 im Unternehmen
Eamsiri hatte sich öffentlich für das Chaos am Flughafen Suvarnabhumi entschuldigt. Er war 1985 zur Thai Airways gekommen und hatte sich bis zum Finanzvorstand hochgearbeitet, bevor er 2023 an die Spitze des Unternehmens rückte.
Die Thai Airways hatte sich 2020 einem Restrukturierungsverfahren unter Gläubigerschutz unterzogen. Dabei hatte sie ihre Belegschaft halbiert und die Flotte verkleinert. Anschließend gelang ihr die finanzielle Wende. Nach dem Ausstieg aus dem Schuldenrestrukturierungsprogramm wird die Aktie seit August 2025 wieder an der Börse gehandelt.