Southwest Airlines erwartet für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 35 und 65 Cent – mit einem Mittelpunkt von 50 Cent. Damit liegt die Southwest Airlines unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 55 Cent, wie aus Daten des Finanzdienstleisters LSEG hervorgeht. Einen aktualisierten Jahresausblick lehnte das Unternehmen ab.
Das Jahresergebnisziel von 4,00 Dollar je Aktie zu bestätigen sei „derzeit nicht produktiv", teilte Southwest mit. Erreichen lasse es sich nur bei niedrigeren Kerosinpreisen und/oder stärkeren Erlösen. Analysten rechnen aktuell mit einem bereinigten Jahresgewinn von lediglich 2,94 Dollar je Aktie – deutlich unter dem Unternehmensziel. Die Aktie verlor nach Börsenschluss 4,7 Prozent.
Im ersten Quartal zahlte Southwest je Gallone Kerosin 2,73 Dollar – deutlich mehr als die ursprünglich prognostizierten rund 2,40 Dollar. Das erhöhte die Kerosinausgaben um 164 Millionen Dollar (rund 148 Millionen Euro) und drückte den Gewinn je Aktie um rund 22 Cent. Für das zweite Quartal erwartet die Fluggesellschaft auf Basis der Terminmarktkurve Mitte April einen Kerosinpreis von 4,10 bis 4,15 Dollar je Gallone.
Die Kostenpression durch steigende Treibstoffpreise trifft die gesamte Branche. United Airlines erklärte diese Woche, im laufenden Quartal nur 40 bis 50 Prozent des Kerosinpreisanstiegs über höhere Ticketpreise ausgleichen zu können. Um den Anstieg vollständig aufzufangen, müssten die Ticketpreise um 15 bis 20 Prozent steigen.
Nachfrage stark, Kapazität wird angepasst
Trotz der Kostenbelastung erwartet Southwest für das zweite Quartal ein Stückerlös-Wachstum von 16,5 bis 18,5 Prozent. Das jährliche Kapazitätswachstum soll bei rund zwei Prozent liegen – am unteren Ende des bisherigen Zielkorridors. Die Fluggesellschaft stellt den Betrieb an den Flughäfen Chicago O'Hare und Washington Dulles ein, um Flugzeuge in ertragsstärkere Märkte zu verlagern.
"Die Nachfrage ist weiterhin stark, und wir konzentrieren uns darauf, das zu steuern, was wir steuern können: Kosten managen, Erlösinitiativen optimieren und Kapazitäten auf renditestärkere Möglichkeiten lenken", sagte Vorstandschef Bob Jordan.
Im ersten Quartal erzielte Southwest einen bereinigten Gewinn je Aktie von 45 Cent – knapp unter der Analystenerwartung von 47 Cent. Der Umsatz stieg um 12,8 Prozent auf einen Rekordwert von 7,2 Milliarden Dollar (rund 6,5 Milliarden Euro).